Strompreis erreichte 2023 neue Tiefstände
Während die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin auf hohem Niveau verharren und für 2024 sogar Preissteigerungen erwartet werden, sind sie an der Börse dauerhaft im Sinkflug. Im Dezember 2023 verzeichnete die Strombörse gleich zwei preisliche Tiefstwerte:
Dezember 2023: Strompreis 72 Stunden negativ
In keinem anderen Monat lag der Börsenstrompreis so lange unter null. Mit 72 Stunden ist der Dezember der Monat, in dem der Börsenstrompreis am längsten negativ war, gefolgt von Juli mit 56 Stunden und Oktober mit 38 Stunden. In der Gesamtjahresbetrachtung lag er 8760 Stunden unter null.
Stromanbieter, die dann Strom für Endkunden kaufen, bekommen Geld, anstatt welches zu bezahlen. Allerdings kaufen nicht alle Stromanbieter kurzfristig an der Strombörse zu günstigsten Preisen. Stattdessen planen und kalkulieren sie ihren Stromeinkauf lange im Voraus. Basierend auf dieser Kalkulation bieten sie Endkunden dann feste Strompreise in Fix-Tarifen.
Bei dynamischen Stromtarifen, wie Rabot Charge sie bietet, ist das anders. Hier schwanken die Strompreise entsprechend zum Börsenstrompreis. Aus diesem Grund können Verbraucher im Rahmen dynamischer Stromtarife von Preisstürzen an der Börse profitieren.
Börsenstrompreise im Sinkflug
Im Dezember war der durchschnittliche Börsenstrompreis rekordverdächtig niedrig. Mit 6,85 ct/kWh erreichte er sein Jahrestief (Abb. 1). An der Börse ist Strom immer dann besonders günstig, wenn die Nachfrage sinkt oder das Angebot steigt, beispielsweise weil viel Sonne und Wind herrschen.
Die Auswertung der Börsenstromdaten zeigt, dass die monatlichen Durchschnittspreise im Jahresverlauf deutlich und anhaltend gesunken sind (Abb. 1).
Börsenstrompreisentwicklung 2023
Durchschnittspreise wie in Abbildung 1 (oben) machen schwankende Börsenstrompreise greifbarer, geben die Preisentwicklung an der Börse aber nicht eins zu eins wieder, weil die Strompreise an der Börse volatil sind und sich fast im Minutentakt ändern.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur monatliche Durchschnittswerte zu betrachten, sondern die tatsächliche Preisentwicklung bzw. die stündlichen Börsenstrompreise (Abb. 2). Hier zeigen die Daten, dass es 2023 nur selten Ausreißer über 20 ct/kWh gab. Noch seltener stiegen die Börsenstrompreise über die Marke von 24,82 ct/kWh; das ist der Wert, den konventionelle Stromanbieter für die Strombeschaffung plus Gewinn kalkulierten gemäß Strom-Report. Laut Strom-Report 5/2023 (3. Grafik rechts) lag der sog. Stromerzeugungspreis bei 24,82 ct/kWh.
Der Begriff spiegelt nicht die Kosten für die Stromerzeugung bzw. Herstellung wider, sondern setzt sich laut Verbraucherinformation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz aus den Kosten für Strombeschaffung inklusiv Vertrieb und Gewinnmargen der Stromanbieter zusammen. Damit spiegelt er größtenteils die kalkulierten Strombeschaffungskosten der Stromanbieter wider und wird deshalb in Abbildung 2 mit den Strombeschaffungskosten an der Börse ins Verhältnis gesetzt. Staatliche Abgaben und Stromtransportkosten wie Netzentgelte sind weder im Stromerzeugungspreis noch im Börsenstrompreis enthalten.















