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Stagnation in Trinkwasserinstallationen vermeiden

Die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) warnt vor einer verstärkten Vermehrung von Legionellen in den Trinkwasser-Installationen leerstehender Gebäude.

Bild: stock.adobe.com/Animaflora PicsStock
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Besonders betroffen sind Bildungseinrichtungen und Bürogebäude, in denen stagnierendes Wasser in den Leitungen zu einer kritischen Legionellenkonzentration führen kann.

Die Gefahr einer Infektion steigt, wenn Wasser über längere Zeit in Leitungen steht und Temperaturen zwischen 25 und 45 °C erreicht werden. In diesem Temperaturbereich finden Legionellen ideale Wachstumsbedingungen vor, vor allem, wenn zusätzlich Ablagerungen, Biofilme oder Korrosion im Leitungssystem vorhanden sind. Ursachen hierfür sind häufig eine unzureichende Nutzung der Wasserinstallationen, eine fehlende oder mangelhafte Dämmung, eine falsche Einstellung des Warmwasserbereiters, veraltete Rohrleitungen oder eine fehlerhafte Auslegung der Anlage.

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die natürlicherweise in geringen Mengen in Oberflächen- und Grundwasser vorkommen. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich jedoch in Trinkwasseranlagen stark vermehren. Besonders gefährlich ist die Art Legionella pneumophila, da sie die sogenannte Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, sowie das mildere Pontiac-Fieber auslösen kann. Eine Infektion erfolgt nicht durch das Trinken von Wasser, sondern durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, die beispielsweise beim Duschen, in Whirlpools oder durch Klimaanlagen und Luftbefeuchter entstehen.

„Die regelmäßige Untersuchung von Trinkwasserproben ist entscheidend, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und sicherzustellen, dass das Wasser den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Gerade in der warmen Jahreszeit können sich Legionellen unter ungünstigen Bedingungen wie unregelmäßiger Nutzung oder mangelhafter Isolierung in der Hausinstallation so stark vermehren, dass eine ernsthafte Gesundheitsgefahr entsteht“, erläutert Ingo Nordahl, staatlich geprüfter Lebensmittelkontrolleur im Landkreis Herford.

Betreiber können das Legionellenrisiko verringern, indem sie für einen kontinuierlichen Wasseraustausch sorgen und die Warmwassertemperatur auf mindestens 60 °C bzw. die Kaltwassertemperatur unter 25 °C halten. Darüber hinaus sollten Anlagen fachgerecht dimensioniert und gedämmt, Filter regelmäßig gespült sowie Armaturen sauber gehalten werden. Legionellenuntersuchungen nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung sind insbesondere bei gewerblich oder öffentlich genutzten Gebäuden unverzichtbar. In älteren Gebäuden mit veralteten Installationen besteht zudem die Gefahr, dass neben Legionellen auch Schwermetalle wie Blei oder Kupfer ins Trinkwasser gelangen. Regelmäßige Wartungen und Kontrollen sind daher unerlässlich.

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