ICMS3-Standard

Kohlenstoff in Gebäuden und Infrastrukturen ermitteln

Der weltweit erste universelle Standard für die Berichterstattung über CO2-Emissionen, die beim Bau und während des Lebenszyklus von Bauwerken entstehen, wurde veröffentlicht.

Quelle: stock.adobe.com/DigitalGenetics
Quelle: stock.adobe.com/DigitalGenetics

Der International Cost Management Standard (ICMS3) legt die Methode fest, mit der Baufachleute und Bauträger die Menge an gebundenem Kohlenstoff erfassen können, die durch ihre Projekte entsteht. Daneben ermöglicht ICMS3 auch die Berücksichtigung des Lebenszyklus, der Kosten und der Kohlenstoffauswirkungen eines Gebäudes oder einer Infrastruktureinrichtung lange nach Abschluss der Bauarbeiten.

Die Einführung des ICMS3 ist der Startschuss für das Bauwesen, sich als globale, vernetzte Branche für Netto-Null-Emissionen zu engagieren. Sie folgt auf die COP-26-Klimakonferenz in Glasgow. Mit dem Standard können Bauherren künftig Baupläne anpassen (entweder durch die Auswahl nachhaltigerer Materialien oder die Einführung neuer Baupraktiken), um die Auswirkungen auf das Klima zu verringern. Angesichts des beginnenden Trends, alte Gebäude zu sanieren und umzunutzen, anstatt sie abzureißen, stellt der Standard zudem Daten und Informationen für fundierte Berechnungen über den Wert von Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung.

Als globaler Berufsverband wird die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) die neuen Standards des Zusammenschlusses in ihre Normen und Leitlinien für alle Mitglieder, die im Bausektor tätig sind, aufnehmen. Aus diesem Grund plant die RICS, im Jahr 2022 einen aktualisierten Standard zur Bewertung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zu veröffentlichen, der sich an ICMS3 orientieren wird.

Alan Muse, Leiter des Bereichs Baunormen bei der RICS: „Die Dekarbonisierung des Bauwesens ist jetzt unerlässlich, um die Ziele von COP 26 zu erreichen. Um diese umzusetzen, brauchen wir weltweit standardisierte Erfassungssysteme. Ohne Messungen können wir es nicht in den Griff bekommen. Der Einsatz von ICMS 3 wird allen Akteuren im Bauwesen zugutekommen, die den Kohlenstoffausstoß aufgrund der Einhaltung von Vorschriften sowie aus marktwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erwägungen verringern wollen. Zudem wird er Innovationen im Bereich alternative Konstruktionen und Lösungen vorantreiben.”

Justin Sullivan, Vorsitzender des ICMS-Zusammenschlusses und des Construction Industry Councils, fügt hinzu: „Der Weg zum ICMS ist ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit funktionieren kann. 49 internationale gemeinnützige Einrichtungen haben gemeinsam einen Weltklassestandard im Bau- und Infrastruktursektor geschaffen. Im Bereich internationale Standards für Kosten, Lebenszyklus und Kohlenstoff im Bauwesen sind wir echte Pioniere. Der Zeitpunkt für die Einführung von ICMS3, dem Standard für Kohlenstoff im Bauwesen, könnte nicht besser sein, da die Weltöffentlichkeit gerade dabei ist, die Erkenntnisse der COP26 zu verarbeiten und umzusetzen.”

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