Wärmenetzplanung

Anschlusszwang an kaltes Wärmenetz sorgt für Ärger

Nahwärmenetzkunden in einem Tübinger Neubaugebiet, die sich per Zwang anschließen mussten, klagen über gestiegene Grundkosten, lange Vertragsbindungen und das Nutzungsverbot selbst erzeugten Solarstroms für die Wärmeversorgung. 

Bild: Allianz Freie Wärme
Bild: Allianz Freie Wärme

Eine Information der Allianz Freie Wärme

Für Kalte Nahwärme"´-Projekte, immer vielfach als "Königslösung" in Neubaugebieten gelten, werden physikalische Gesetze und Regeln im Rahmen einer vorausschauenden, nachhaltigen Technik- und Wirtschaftlichkeitsberechnung offenbar nicht immer berücksichtigt. 

Beispiel ist ein Fall im Tübinger Neubaugebiet "Oberer Kreuzäcker", über den der SWR auf tagesschau.de berichtete: Die an das Nahwärmenetz zwangsläufig angeschlossenen Kunden klagen über um 60% gestiegene Grundkosten, das sein deutlich teurer als im Jahr 2021 von den Tübinger Stadtwerken (SWT) genannt. Zudem sind die Kunden verpflichtet, zehn Jahre lang an das Wärmenetz angeschlossen zu bleiben und dürfen ihren selbst erzeugten Photovoltaik-Strom in dieser Zeit nicht für die eigene Wärmeversorgung nutzen. Die Stadtwerke bestätigten die Preiserhöhungen als "wirtschaftlich notwendig".

Aus Sicht der Allianz Freie Wärme ist dies kein Einzelfall: Führen Wärmenetzprojekte zu einem faktischen Monopol, sind sie häufig weder realistisch noch nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen geplant. „Für die Kunden ist der Ärger erst einmal groß, weil sie neben den hohen Kosten im Normalfall auch aus den Knebelverträgen mit langen Vertragslaufzeiten nicht rauskommen“, erklärt Benjamin Schaible, Obermeister der SHK-Innung Tübingen. Gründe und Ursachen für solche Negativbeispiele sind aus Sicht der Freien Wärme häufig politisch einseitig motivierte Planungen ohne tragfähige marktwirtschaftliche Vergleiche mit flexiblen, dezentralen Lösungen, sowie lange Vertragslaufzeiten ohne Kündigungsrecht. 

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