Eine Information der Jumo GmbH & Co. KG, Fulda
Der August 2025 hatte es in sich: Die Sonne brannte, das Thermometer erklomm neue Höchstwerte, und die Luft flirrte. Für solche Tage gibt es für viele in Fulda nur einen Ort, an dem sich diese Hitze ertragen lässt: das Freibad Rosenau mitten in der City der Domstadt. Kinder planschen, Erwachsene ziehen entspannt ihre Bahnen oder genießen einfach das kühle Nass, die Atmosphäre am Beckenrad und am Imbiss.
Die Sicherstellung einer konstant hohen Wasserqualität ist eine der zentralen Aufgaben im Freibad Rosenau. Neben dem Wohlbefinden der Badegäste steht vor allem die Gesundheit im Vordergrund. Denn nur einwandfreies Wasser schützt vor Infektionen, Hautreizungen und anderen gesundheitlichen Risiken.
Wasserqualität: Mehr als nur klares H2O
„Bei solchen Hitzetagen mit über 30 Grad Celsius ändern wir einige technische Einstellungen. Da müssen wir uns auf die Technik verlassen“, sagt Michael Lipus, Leiter der Bäder Betriebs GmbH (BBG). Die BBG gehört zum Versorger RhönEnergie in Fulda. Die RhönEnergie zählt zu den zwanzig größten kommunalen Energieversorgern in Deutschland. Die BBG betreibt mittlerweile acht Frei- oder Hallenbäder im Landkreis Fulda und in der Stadt Schlüchtern.
„Die Überwachung und Steuerung wichtiger Wasserparameter wie pH-Wert, Chlorgehalt, Redox-Spannung und Wasserhärte sind unerlässlich“, weiß Lipus aus langjähriger Erfahrung.
Das Freibad Rosenau ist das größte Freibad im Landkreis Fulda. Es wurde 1938 eingeweiht, in den 1960er Jahren das erste Mal generalüberholt, 2007 dann die komplette Beckenanlage saniert. Die gesamte Wassermenge in allen vier Becken (einschließlich Kinderplanschbecken) liegt heute bei 4.078 m³, die gesamte Wasserfläche bei 2.457 m².
Das Freibad Rosenau setzt auf die Vertikaldurchströmung. Dabei wird das Reinwasser durch Reinwasserkanäle im Beckenboden eingeleitet. „Das verschmutzte Wasser wird über die Überlaufrinne abgeleitet“, erklärt Lipus. Zur gleichmäßigen Wasserverteilung sind entsprechende Düsen im Beckenboden notwendig.
Moderne Messtechnik: Präzision und Automatisierung
Der pH-Wert ist ein Schlüsselindikator für die Wasserqualität. Im Idealfall liegt er zwischen 6,5 und 7,5. Ist er zu niedrig, das Wasser also sauer, wird das eingesetzte Chlor zu schnell verbraucht und metallische Komponenten, etwa an Filteranlagen, können angegriffen werden. „Ist der pH-Wert hingegen zu hoch, verliert das Chlor seine desinfizierende Wirkung, was zu einer Grünfärbung des Wassers und Kalkablagerungen führen kann“, sagt Matthias Kremer, Branchenmanager Wasser/Abwasser bei Jumo.
Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Chlorgehalts, da Chlor als Hauptdesinfektionsmittel eingesetzt wird. Nur bei optimaler Dosierung werden Keime zuverlässig abgetötet, ohne dass es zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Haut- oder Augenreizungen kommt.
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Redox-Spannung. Sie gibt in mV an, wie stark die keimtötende Wirkung der Desinfektionsmittel im Wasser ist. Ein stabiler Redox-Wert ist ein verlässlicher Indikator für die Wasserqualität und die Wirksamkeit der Desinfektion. Auch die Wasserhärte spielt eine Rolle, da sie Einfluss auf die Dosierung von Chemikalien und die Bildung von Ablagerungen hat.
Sensoren für die Wasser- und Abwasserüberwachung
Jumo tecLine pH- und Redox-Elektroden, hochpräzise Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung des pH-Werts und der Redox-Spannung im Beckenwasser, liefern zuverlässige Messwerte und sind besonders langlebig. Der Hersteller fungiert auch als Zulieferer, die Sensoren werden von anderen Unternehmen unter dem jeweiligen Label vertrieben.
Die kontinuierliche Messung und automatische Regelung dieser Werte ist Stand der Technik und sorgt für einen effizienten und sicheren Badebetrieb. Moderne Systeme ermöglichen es, die Wasserqualität rund um die Uhr zu überwachen, Abweichungen sofort zu erkennen und gezielt gegenzusteuern – oft sogar vollautomatisch. Insgesamt werden im Freibad Rosenau im Volllastbetrieb 1.460 m³ Wasser stündlich umgewälzt.
Rasante Technologieentwicklung
Die Technologie für die Frei- und Hallenbäder hat in vierzig Jahren einen Riesensprung gemacht, weiß Lipus aus Erfahrung. Über die Verpflichtung, in den 1970ern und 1980ern Badekappen in Schwimmbädern zu tragen, könne er heute nur noch Schmunzeln. „Es gibt heute Filter, die die Verschmutzungen effektiv herausfischen.“ Dennoch ist für eine gute Wasserqualität sehr hilfreich, wenn die Badegäste sich abduschen, bevor sie schwimmen oder planschen gehen.
„Wenn die Sonne richtig brennt und viele Gäste Tag für Tag im Bad sind, gehen die Redox-Werte nach unten. Dann steuern wir bei der Chlorung nach“, führt Lipus weiter aus. Die Redox-Spannung ist ein Wert für die keimtötende Wirkung von Desinfektionsmitteln im Badewasser. Je höher die Spannung, desto schwerer können Mikroorganismen im Wasser überleben. Folglich: Je höher die Spannung, desto sauberer damit das Wasser. Im Freibad Rosenau wird die Wasserqualität zweimal pro Becken am Tag überprüft.
Sicherer und wirtschaftlicher Betrieb des Bades
Mit einem Mix an Systemen- und Lösungen kann die BBG die Wasserqualität im Freibad Rosenau zuverlässig überwachen, Reinigungs- und Desinfektionsprozesse automatisieren und so einen sicheren sowie wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten. „Die Badegäste genießen hier unbeschwert das kühle Nass – und können sich darauf verlassen, dass wir im Hintergrund mit modernster Technik für ihre Sicherheit sorgen. So wird ihr Freibadbesuch auch an den heißesten Tagen zu einem echten ungetrübten Vergnügen“, sagt Lipus abschließend.
Lösungen für Wasser/Abwasser
Als Spezialist für Mess- und Regeltechnik bietet Jumo ein breites Portfolio an Produkten und Systemen, die speziell für den Bereich Wasser/Abwasser bzw. den Einsatz in Schwimmbädern entwickelt wurden:
- tecLine pH- und Redox-Elektroden: Hochpräzise Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung des pH-Werts und der Redox-Spannung im Beckenwasser. Sie liefern zuverlässige Messwerte und sind besonders langlebig.
- Aquis touch S/P: Ein modularer Multikanal-Controller, der die Messung, Regelung und Visualisierung aller relevanten Wasserparameter wie pH, Redox, Chlor, Leitfähigkeit und Temperatur ermöglicht. Die intuitive Bedienung und flexible Erweiterbarkeit machen ihn zum Herzstück moderner Wasseraufbereitung.
- tecLINE Cl: Robuste Sensoren für die Messung von freiem Chlor, Gesamtchlor und anderen Desinfektionsmitteln. Sie sind speziell für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen konzipiert und gewährleisten eine präzise Überwachung der Desinfektionsmittelkonzentration.
- variTRON: Das System kann im Bereich Wasser/Abwasser effektiv zur Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Durch die modulare Automatisierungsplattform lassen sich verschiedene Sensoren und Messgeräte zur Überwachung von Parametern wie pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur, Sauerstoffgehalt und Trübung nahtlos integrieren. Die erfassten Messdaten werden zentral verarbeitet, visualisiert und können automatisch dokumentiert werden. So wird eine lückenlose Überwachung der Wasserqualität möglich.
























