VDI zum MINT-Herbstreport 2025

Fachkräftelücke in Deutschland erneut bestätigt

Der vom Nationalen MINT-Forum vorgestellte MINT-Herbstreport bestätigt die Erkenntnisse des aktuellen VDI/IW-Ingenieurmonitors: Trotz schwacher Konjunktur besteht die Fachkräftelücke im deutschen MINT-Sektor fort.

Internationale Studierende und Fachkräfte können die Personal-Lücke im deutschen MINT-Bereich verkleinern helfen. Bild: AleksandarNakic/Getty Images | VDI
Internationale Studierende und Fachkräfte können die Personal-Lücke im deutschen MINT-Bereich verkleinern helfen. Bild: AleksandarNakic/Getty Images | VDI

Die MINT-Fachkräftelücke, rund 148.500 fehlende Personen, wirkt sich insbesondere Ingenieurbereich aus und das ist kritisch für die Zukunft des Technologiestandorts Deutschland.

Lücke durch internationale Studierende schließen

Die Sonderauswertung des MINT-Reports „Zuwanderung über Hochschulen" zeigt einen möglichen Lösungsansatz: Rund 153.000 internationale MINT-Absolventinnen und -Absolventen, die in Deutschland studiert haben, trugen allein im Jahr 2022 mit 14,6 Mrd. Euro zur Wertschöpfung bei. Sie stärken Innovationen und die Startup-Szene. Deutschland liegt international auf Platz drei der beliebtesten Zielländer für internationale Studierende. Diese Position gilt es zu halten und weiter auszubauen.

Der VDI begrüßt, dass sogar 43% der internationalen Studierenden in den Ingenieurwissenschaften eingeschrieben sind, und 64% möchten laut DAAD nach ihrem Abschluss in Deutschland bleiben. „Diese Bleibeabsicht zu erhöhen, könnte zumindest teilweise die Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt abfedern“, erklärt VDI-Bildungsexpertin Alina Cohnen.

Integration braucht Investitionen und Unterstützung

Damit internationale Talente erfolgreich studieren und anschließend in Deutschland bleiben, benötigen Hochschulen ausreichende Mittel für bedarfsgerechte Integrations- und Sprachangebote. Wie der VDI in seinem Impulspapier zur Bildung und Qualifikation der Zukunft im Rahmen der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ betont, muss der Austausch zwischen deutschsprachigen und englischsprachigen Studiengängen verbessert werden, beispielsweise durch Buddy-Programme oder gemeinsame Projektphasen.

Ebenso wichtig ist die Übergangsphase vom Studium in den Beruf. Hier spielen Mentoringprogramme wie VDI-Xpand eine entscheidende Rolle: Berufserfahrene Mentorinnen und Mentoren vermitteln ihren Mentees Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt, geben praktische Tipps und Orientierung und unterstützen so internationale Talente bei Berufseinstieg sowie Integration. „Eine gelebte Willkommenskultur ist ein Schlüsselfaktor für die langfristige Bindung von internationalen Fachkräften. Hier spielen auch Vereine und Netzwerke eine wichtige Rolle als Plattformen für Austausch und Informationsvermittlung“, sagt Anne Vatter, Projektleiterin von VDI-Xpand.

Der VDI fordert: Wir müssen Qualifikation neu denken und internationale Talente binden, um dem Fachkräftemangel in MINT- und besonders Ingenieurberufen zu begegnen. Im Zuge der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ setzt sich der VDI dafür ein, die Ingenieurausbildung zukunftsfähig zu gestalten. Das Impulspapier „Impulse zur Bildung und Qualifikation der Zukunft" zeigt 28 konkrete Handlungsempfehlungen entlang der gesamten Bildungskette – von der frühkindlichen MINT-Förderung bis zur Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte.

Es braucht jetzt entschlossenes Handeln von Politik, Hochschulen und Wirtschaft, um die MINT-Lücke zu schließen und Deutschlands Position als führende Wirtschafts- und Technologienation zu sichern. „Die Erkenntnisse des MINT-Herbstreports bestätigen: Internationale Absolventinnen und Absolventen spielen eine strategisch zentrale Rolle für die wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, so Cohnen.

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