FGK informiert

EU-Leitfaden zur Umsetzung der EBPD enthält sinnvolle Raumluft-Kriterien

Die EU-Kommission hat einen Leitfaden zur Umsetzung der Gebäudeeffizienzrichtlinie EPBD in Bezug auf die TGA veröffentlicht. Damit unterstützt die Kommission Anforderungen für bessere Bedingungen in Innenräumen.

Bild: Andrey/stock.adobe.com
Bild: Andrey/stock.adobe.com

Der ergänzende Leitfaden zur EPBD 2024/1275, Annex 10 (Gebäudetechnische Systeme, Raumluftqualität und Inspektionen) vom 30. Juni 2025 enthält wertvolle Hinweise für die Auslegung und Umsetzung der neuen EPBD. Der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK) begrüßt diese Veröffentlichung, insbesondere die Hinweise zur Innenraumqualität (IEQ).

Worum geht es?

Die Leitlinien sollen den Mitgliedsstaaten praktische Informationen und technisches Hintergrundwissen für die Umsetzung der Richtlinie bieten.

Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die EPBD bis Mai 2026 in nationales Recht umzusetzen. Dazu gehört unter anderem, Mindestanforderungen für die IEQ in den Bereichen thermischer Komfort und Innenraumluftqualität festzulegen.

Die Innenraumqualität – Licht, Luft, Akustik etc. – wirkt sich erheblich auf die Menschen im Gebäude aus. Schadstoffe in der Raumluft und eine unangemessene Temperatur oder Luftfeuchtigkeit können das Wohlbefinden und die Produktivität erheblich beeinträchtigen. Zudem sind Gesundheitsprobleme z. B. aufgrund von Hitzestress oder Schimmelproblemen möglich oder auch ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern durch die Luft.

Auch bei den Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ist die Innenraumqualität zu berücksichtigen, um etwa eine angemessene Belüftung sicherzustellen. Die Energieeinsparung darf nicht gegen die Gesundheit der Nutzer ausgespielt werden. Vorzugsweise sollten Lösungen eingesetzt werden, die für gute Bedingungen im Raum sorgen und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern. So lässt sich beispielsweise mit einer Lüftung mit Bedarfsregelung und/oder Wärmerückgewinnung eine hohe Raumluftqualität sicherstellen und zugleich der Heizwärmebedarf verringern.

Sensoren und Regler

Neue Nichtwohngebäude sind gemäß EPBD zudem mit Mess- und Steuergeräten zur Überwachung und Regulierung der Raumluftqualität auszustatten. Die EU-Kommission schlägt vor, in diesen Gebäuden insbesondere CO2 als Indikator für die Belüftung kontinuierlich zu überwachen und gegebenenfalls die Feinstaubbelastung (PM2,5) zu messen. Die so erfassten Daten ermöglichen, den Betrieb von Lüftungsanlagen automatisiert an den aktuellen Bedarf anzupassen. Bei Wohngebäuden können die Mitgliedstaaten in diesem Punkt frei entscheiden.

Die EU-Kommission schlägt die Überwachung des CO2-Gehalts in Wohnräumen und der relativen Luftfeuchtigkeit in „Feuchträumen“ vor. Der FGK empfiehlt, sowohl in Wohn- als auch in Nichtwohngebäuden mit bedarfsgeregelten Lüftungssystemen den erforderlichen Luftaustausch automatisch sicherzustellen.

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