Von Stefan Fröb, Vertriebsleiter bei myWarm
Die Bedeutung der Fernwärme nimmt im Zuge der kommunalen Wärmeplanung und der Energiewende rasant zu. Immer mehr Städte und Gemeinden setzen auf den Ausbau effizienter Wärmenetze, um fossile Brennstoffe zu reduzieren und die Wärmewende voranzutreiben. Bestandsgebäude spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs und Sanierungsbedarfs den größten Hebel für Energieeinsparung und CO₂-Reduktion bieten. Doch ihre technische Anschlussfähigkeit an das Fernwärmenetz ist in vielen Fällen unklar.
Fernwärme im regionalen Vergleich: Große Unterschiede, viel Handlungsbedarf
Aktuelle Daten des WWF zeigen deutliche regionale Unterschiede. Nordrhein-Westfalen verfügt mit rund 5.000 kmn über das größte Wärmenetz in Deutschland, gefolgt von Bayern mit etwa 2.400 km und Berlin mit rund 2.000 km.
In Stadtstaaten und den ostdeutschen Bundesländern ist die Anschlussquote besonders hoch: Mecklenburg-Vorpommern erreicht mit 38,1% den Spitzenwert, dicht gefolgt von Berlin mit 37,6% und Hamburg mit 32,1%. In diesen Regionen liegt der Fokus auf der Dekarbonisierung bestehender Netze, etwa durch den Einsatz von Geothermie, Solarthermie oder Wärmepumpen, da mit diesen Energieformen das höchste Einsparpotenzial erzielt wird. Andere Regionen wie Rheinland-Pfalz, das Saarland oder Niedersachsen profitieren stärker von einem zielgerichteten Ausbau der Fernwärme.
Trotz vereinzelter Erfolge bleibt der Handlungsdruck hoch, denn die Fernwärme ist nicht ausreichend optimiert. In Nordrhein-Westfalen entstehen jährlich über 8 Mio. t CO₂ durch die Fernwärmeversorgung, in Bayern, Berlin und Baden-Württemberg jeweils zwischen 3 und 4 Mio. t. Beim Emissionsfaktor weist Bremen mit 470 g/kWh CO₂ den höchsten Wert in Deutschland auf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 316 g/kWh.
Fernwärme-Check zur Evaluierung und Optimierung
Da der Ausbau der Fernwärme in Deutschland regional sehr unterschiedlich verläuft, wird die Effizienz von Neuanschlüssen und bestehenden Anbindungen zunehmend zu einem zentralen Erfolgsfaktor der Wärmewende. Der Fernwärme-Check von myWarm evaluiert mit realen Messdaten, ob die technischen Voraussetzungen für einen Fernwärmeanschluss im Gebäude vorliegen und ob Anpassungen bei bestehenden Anlagen notwendig sind. „Je besser das Heizsystem in Gebäuden eingestellt ist, desto effizienter kann die Fernwärmeversorgung erfolgen", sagt Stefan Fröb, Vertriebsleiter bei myWarm. Das schaffe Transparenz für Eigentümer, Planer und Betreiber von Liegenschaften.
Der Messdaten für den Fernwärme-Check werden an allen relevanten Stellen der Heizungsanlage erhoben. Auf dieser Grundlage verbindet die Methode den hydraulischen Abgleich mit gezieltenOptimierungsempfehlungen, um die technische Anschlussfähigkeit an die Fernwärme zu prüfen und gleichzeitig die Effizienz bestehender Heizsysteme zu steigern. Dazu zählen die Messung der Rücklauftemperaturen über einen definierten Zeitraum, eine raumweise Heizlastberechnung zur Identifikation hydraulischer Schwachstellen sowie konkrete Hinweise auf Maßnahmen wie die Rücklauftemperaturbegrenzung. Ergänzend wird auch das Einsparpotenzial beim Anschlusswert bewertet.
Diese Herangehensweise bietet einen doppelten Mehrwert: Gebäudeeigentümer bzw. Nutzer profitieren durch geringere Kosten und die sichere Erfüllung der Anschlussbedingungen, während zugleich das gesamte Fernwärmenetz entlastet wird. So können mehr Gebäude an die Fernwärme angeschlossen und die Dekarbonisierung des Netzes effektiv unterstützt werden. Auf diese Weise verbindet der Fernwärme-Check die kommunalen Vorgaben mit praktischen Lösungen für Eigentümer und Planer, ermöglicht eine fundierte Investitionsplanung und trägt zugleich zur Erreichung der kommunalen Klimaziele bei.














