Bau- und Bauzulieferindustrie: Trendometer 2022

Was wird Bauindustrie und Bauzulieferer im nächsten Jahr beschäftigen? Was treibt sie, welchen Einfluss haben sie?
Das Trendometer 2022 wagt ein Prognose.

Quelle: Dr. Wieselhuber & Partner
Quelle: Dr. Wieselhuber & Partner

Nachhaltigkeit: Ressourceneinsatz in Bau und Betrieb reduzieren

Der Bausektor als der größte Ressourcenverbraucher muss sich den kommenden Jahren konsequent der Nachhaltigkeit verschreiben. Ressourceneinsatz reduzieren und Wiederverwendung in der Breite etablieren, Reduktion des Flächenverbrauchs und insbesondere Reduktion des Energieaufwandes während der Lebensdauer sind die notwendigen Stoßrichtungen. Bauprodukthersteller erkennen dies und richten sich zunehmend hinsichtlich ihrer eigenen Wertschöpfung und ihrer Produkte und Lösungen daran aus. Auftraggeber, Investoren, Finanzierer achten zunehmend auf entsprechende Zertifizierungen. Die stofflichen Bestände in Objekten werden zukünftig wie selbstverständlich zu den Gebäudedaten gehören. Sich hierzu bereits jetzt konsequent zu positionieren und weiter zu denken, schafft mittelfristig noch Differenzierung beim Entscheider, langfristig wird es zum zwingenden Hygienefaktor.

BIM: Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau

Konsequente, zukunftsfähige Nachhaltigkeit braucht die Digitalisierung der Wertschöpfungskette-Bau zur effizienten Planung und Realisierung von Projekten. Erst mit integrativen Gebäudemodellen, die in einem frühen Stadion der Planung bereits die verschiedenen zu optimierenden Parameter (z.B. Ressourceneinsatz in Erstellung und Betrieb) berücksichtigen wird Nachhaltigkeit mehr als eine Worthülse. Führende Bauprodukthersteller erkennen zunehmend, dass diese Planungskultur zu neuen Vergabestrukturen führen wird. Ihre Antwort ist eine zielgruppen- und nutzenorientierte BIM-Strategie, die  BIM als Chance und neuen Kanal zur Zielgruppe begreift, BIM-Leistungen jenseits reiner BIM-Objekte bietet und damit Nutzen stiftet. Hierbei rechtzeitig und innovative strategische Antworten zu formulieren, entscheidet über die zukunftsfähigkeit der Unternehmen!

Ausführungseffizienz durch Modularisierung und Vorfertigung

Industrialisierung und effiziente Produktionsprozesse – überall die Regel, nicht jedoch im Bau. Klar, jedes Objekt ist individuell, doch im Detail und in Teilsystemen lässt sich die Effizienz und Nachhaltigkeit  durch Vorfertigung und intelligente gewerkübergreifende Ansätze deutlich steigern. Vorkonfektionierte Systeme, Elemente, Trassenelemente der Haustechnik bis hin zu ganzen Raummodulen: Fertigung, Errichtung, Kapazitätseinsatz, Ressourceneinsatz, Zeit, Kosten – alles wird effizienter. Zusammen mit einer sauberen BIM-Planung kommt der Nutzen noch stärker zum Tragen. Für die Hersteller heißt das, ihr Angebot gewerkübergreifend neu zu denken. Nicht alles muss im Haus realisiert werden, denn gut gestaltete Kooperationen können besondere strategische Kräfte entfalten. Treiber dieser Entwicklung sind übergeordnet auch die Megatrends demographischer Wandel, Nachhaltigkeit und Urbanisierung.

Holzbau – Modularisierung, Industrialisierung, Nachhaltigkeit

Seit Jahren nimmt der Anteil des Holzbaus stetig zu, ob klassischer Fertighausbau im Preiseinstieg, über individuelle von innovativen Architekten für anspruchsvolle Bauherren realisierten Objekten bis hin zum mehrgeschossigen Bau für Office, Retail oder Wohnen – Holzbau gewinnt an Bedeutung. Die Vorteile liegen auf der Hand, u.a. Vorfertigung, Präzision, Ressourceneinsatz, Gestaltungsflexibilität, Nachhaltigkeit sind nur ein paar der Argumente pro Holzbau. Die zuvor genannten Trend-Themen Nachhaltigkeit, digitale Planung und Prefab treffen hier verzahnt aufeinander. Spätestens seit dem Holzbau im MFH angekommen ist und auch Hochhäuser in Holz realisiert werden, beschleunigt sich das Wachstum. Für die Hersteller bedeutet dies, sich diesem Segment, das andere Anforderungen als der traditionelle Massivbau hat, gezielt zu widmen und mit Lösungen, Produkten und Planung gezielt zu adressieren.

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