Auf der Suche nach Fachkräften
Deutschland lebt von seiner Industrie, aber den Industriebetrieben fehlt der Nachwuchs. Von Jahr zu Jahr wächst die sogenannte MINT-Lücke; also jene Zahl, die mehr offene Ausbildungsplätze in den naturwissenschaftlichen Berufen verzeichnet, als es Bewerberinnen und Bewerber gibt. In der neuesten Folge des VDMA Industrie Podcasts Dr. Jörg Friedrich, Leiter VDMA Bildung und Dr. Hans-Peter Klöß, Leiter Wissenschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wie sich die Corona-Pandemie bisher auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt auswirkt und welche Maßnahmen nun von Unternehmen und Politik ergriffen werden müssen, um diese Entwicklung zu drehen. Denn die zu geringe Zahl an MINT-Auszubildenden „könnte sich als Wachstums- und Transformationsbremse erweisen, auch im Maschinen- und Anlagenbau“, warnt IW-Forscher Dr. Klöß.
In Zeiten einer Pandemie leidet vor allem die direkte Kontaktaufnahme zwischen Unternehmen und jungen, am Maschinenbau interessierten Menschen. Schülerpraktika oder Werksstudentenverträge mussten häufig gestrichen werden. Dennoch dürfen die Betriebe nicht locker lassen in ihren Bemühungen in der Nachwuchswerbung, mahnt VDMA-Experte Dr. Friedrich. „Es gibt immer noch Unternehmen, die gar nicht oder zu wenig ausbilden“, bemängelt er. Und die Qualität der Ausbildung muss stimmen – denn gerade auf lokaler Ebene spricht sich ein guter oder schlechter Ruf auf diesem Feld rasch herum.
Von der Politik erwarten die beiden Bildungsexperten ebenfalls mehr Augenmerk auf den Fachkräftemangel. Einen Digitalpakt Schule 2.0 sowie einen Digitalpakt Berufliche Bildung fordert IW-Forscher Dr. Klöß. Hinzukommen müsse ein modernisiertes Fachkräfteeinwanderungsgesetz etwa nach kanadischem Vorbild, ergänzt VDMA-Bildungsexperte Dr. Friedrich.














