Sicherheit und Flexibilität

Vielseitige elektronische Zutrittslösung

Mit der Einführung einer einheitlichen Zutrittskontrolle für das Aiglon College sollte die Vergabe von örtlich und zeitlich begrenzten Zutrittsrechten über den gesamten Campus möglich werden. Die Lösung von Salto erreicht nicht nur das, sondern integriert darüber hinaus Drittsysteme und optimiert damit parallel interne Prozesse.

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Das Aiglon College ist eine private Internatsschule in der Schweiz, die 1949 gegründet wurde. Bild: Aiglon College
Das Aiglon College ist eine private Internatsschule in der Schweiz, die 1949 gegründet wurde. Bild: Aiglon College

Das Aiglon College besteht aus 23 Gebäuden, die auf einem Campus oberhalb des Genfer Sees verteilt sind. Viele der Häuser werden für mehrere Zwecke genutzt. So befinden sich in vielen Internatshäusern zusätzlich zu den privaten Räumen der Schüler auch Klassenzimmer. Die unterschiedlichen Bereiche dürfen die Angestellten nur entsprechend ihrer Funktion betreten, häufig auch abhängig vom Zeitpunkt. Lehrer und Lehrerinnen haben z. B. zu den Unterrichtszeiten zwar Zutritt zu den Klassenräumen, aber dürfen grundsätzlich nicht in die privaten Zimmer. Das Personal des Internats hingegen darf in die Zimmer, aber nicht in die Klassenräume. „Um genau diese differenzierten Zutrittsrechte ohne Kompromisse vergeben zu können, haben wir uns für die Anschaffung einer einheitlichen Zutrittslösung für den gesamten Campus entschieden“, erklärt John Gerhardt, Senior Computer Services Technician im Aiglon College und für die Zutrittskontrolle verantwortlich. Mit der Ablösung des mechanischen Schließsystems verfolgte John Gerhardt vor allem zwei Ziele: „Sicherheit an den Außentüren und Flexibilität an den Innentüren. Beides erreichen wir mit Elektronik wesentlich einfacher als mit Mechanik, z. T. nur mit Elektronik.“ Zugleich sollte mit dem mechanischen Schließsystem dessen aufwändige Verwaltung überflüssig werden, insbesondere die immensen Schränke für die Aufbewahrung der vielen Schlüssel und das unübersichtliche Schlüsselmanagement.

Zu den Anforderungen an das neue Zutrittssystem zählte neben dem flexiblen Zutrittsmanagement die Integration mit Drittsystemen. „Wir wollten die Stammdaten aus unseren IT-Systemen übernehmen und eine Prozessintegration mit unserem ERP. Wenn ein Schüler z. B. sein Haus wechselt und das im ERP-System hinterlegt wird, sollten automatisch die neuen Zutrittsrechte zugewiesen werden. Das betrifft Lehrer und andere Angestellte natürlich ebenso“, beschreibt John Gerhardt die wesentlichen Vorgaben.

Virtuelle Vernetzung, Funkvernetzung und Mobile Access

Das Aiglon College setzt dafür eine Systemarchitektur aus virtueller Vernetzung (Salto Virtual Network, SVN), Funkvernetzung (Salto BLUEnet) und Mobile Access (JustIN Mobile) ein.

Im SVN mit patentierter Schreib-Lese-Funktionalität und verschlüsselter Datenübertragung werden die Zutrittsrechte auf dem Identmedium gespeichert, wodurch die elektronischen Beschläge und Zylinder kabel- und netzunabhängig funktionieren. Gleichzeitig schreiben die Beschläge und Zylinder Informationen über gesperrte Zutrittsmedien oder beispielsweise Batteriestände auf die Identmedium und geben sie somit weiter. Die Update-Punkte – im Aiglon College sind das Online-Wandleser sowie definierte funkvernetzte Beschläge (SVN-Flex) – übertragen die ausgelesenen Daten an den zentralen Server und übermitteln gleichzeitig die aktuellen Zutrittsrechte auf die Identmedien.

Salto Wandleser am Haupteingang des Aiglon College. Bild: Salto Systems

Die auf Bluetooth basierende Funkvernetzung eignet sich vor allem für Einsatzbereiche, in denen eine Echtzeitüberwachung von Türen erforderlich oder gewünscht ist. Salto BLUEnet verbindet die batteriebetriebenen elektronischen Beschläge und Zylinder mit Gateways, die wiederum per Ethernet oder WLAN mit dem Server kommunizieren. Bei einer Unterbrechung oder Störung der Funkverbindung arbeitet das Zutrittssystem weiterhin, da die virtuelle Vernetzung der Beschläge und Zylinder über das SVN als Basistechnologie immer aktiv bleibt.

An einigen Türen ergänzt die mobile Zutrittstechnologie JustIN Mobile die Funkvernetzung und das virtuelle Netzwerk. JustIN Mobile erlaubt das Öffnen von Türen mit dem Smartphone und verwendet dafür Bluetooth (Bluetooth Low Energy – BLE) oder Near Field Communication (NFC). Der mobile Schlüssel wird aus der Managementsoftware „Over the Air“ (OTA) an die in einem verifizierten Smartphone installierte JustIN Mobile App verschickt. Anwender:innen erhalten eine Nachricht, dass sie einen neuen mobilen Schlüssel erhalten haben und für welche Türen die Berechtigung gilt. Dann muss nur noch das Smartphone vor den elektronischen Beschlag, Zylinder oder Wandleser gehalten und via App die Kommunikation gestartet werden.

450 Zutrittspunkte

Derzeit sind auf dem gesamten Campus 450 Zutrittspunkte in die Lösung eingebunden. „An rund 20 Eingängen befinden sich Salto Online-Wandleser samt Türsteuerungen. Etwa 380 Türen, vor allem Innentüren, sind mit elektronischen Beschlägen ausgestattet, davon ca. 70 mit XS4 One Beschlägen und rund 310 mit XS4 Original Beschlägen. Die meisten XS4 One Beschläge sind über BLUEnet funkvernetzt und für SVN-Flex aktiviert. Damit werden sie zugleich als kabellose Aktualisierungspunkte im SVN genutzt, was der Schule zusätzliche Flexibilität und Sicherheit bietet“, erklärt John Gerhardt. Darüber hinaus sind noch etwa zehn elektronische Salto GEO Zylinder an Glasschiebetüren und auf Parkplätzen, sowie zehn elektronische Schrankschlösser XS4 Locker an Schlüsselschränken (z. B. für die Campus-Busse) im Einsatz.Als Identifikationstechnologie fungiert Mifare DESFire EV1. Die Zutrittsmedien dienen parallel zur Zutrittskontrolle auch für die Kopierer und das Bibliothekssystem.

Elektronischer XS4 One Beschlag von Salto an der Tür zum Internatsempfang des Aiglon College. Bild: Salto Systems

Für das Management der Zutrittsrechte von Schüler:innen, Angestellten und Externen verwendet das College die SaltoSoftware ProAccess Space. „Um die komplexen Strukturen abzubilden, haben wir sechs Tür- und sieben Nutzerpartitionen eingerichtet. Damit können wir neben internen Zuständigkeiten der Mitarbeiter auch die unterschiedlichen Nutzungsszenarien während der Schulzeit und während der Ferien abbilden. Während unserer ‚Summer School‘ befinden sich z. B. wesentlich mehr externe Personen auf unserem Campus als sonst. Für die Internatsgebäude gelten dann ebenfalls andere Berechtigungen als während der Schulzeit, weil ja keine Schüler da sind“, erläutert John Gerhardt. Die Zutrittsrechte werden nach einem festen internen Prozess über mehrere Ebenen zugewiesen, geprüft und freigegeben und regelmäßig einer Revision unterzogen.

Elektronischer XS4 One Beschlag von Salto an der Eingangstür zu einem Internatsgebäude des Aiglon College. Bild: Salto Systems

Viele Integrationen

Die Software findet John Gerhardt „fantastisch, die hat letztlich den Ausschlag für die Anschaffung der Salto Zutrittskontrolle gegeben. Und man sieht mit jedem neuen Release Fortschritte. Da werden nicht nur Fehler behoben, sondern immer neue Funktionen hinzugefügt. Obendrein läuft sie sehr stabil und bietet eine sehr gute Integrationsplattform, die wir ausgiebig nutzen“. Die Software ist mit etlichen Drittsystemen verknüpft: mit dem ERP-System für die Stammdaten, dem Active Directory für die Berechtigungsstruktur, dem Ticketsystem für Besucher und Weiteren, die z. T. Daten aus dem Zutrittssystem verwenden.

Er setzt überdies z.B. das Add-on „Alarm Events“ ein, mit dem ausgewählte Personen Meldungen zu bestimmten Ereignissen erhalten, u. a. bei niedrigem Batteriestand, was den Wartungsaufwand reduziert. Zu den besten Funktionen von ProAccess Space zählt Gerhardt passenderweise die Integrationsmöglichkeiten. „Außerdem machen wir von den Zeitzonen reichlich Gebrauch. Denn während der Unterrichtszeiten dürfen Schüler praktisch keine anderen Räume als ihre Klassenzimmer betreten und haben während dieser Zeitfenster keine Zutrittsrechte für Räume, die sie sonst betreten dürfen.“

Zuverlässige Sicherheitslösung

Insgesamt zieht Gerhardt ein positives Fazit zur Einführung der elektronischen Zutrittslösung: „Wir haben unsere Flexibilität sowohl IT-seitig als auch bei der Nutzung unserer Räumlichkeiten zurückgewonnen. Und es handelt sich um eine zuverlässige Sicherheitslösung, mit der wir physisch – durch differenzierte Zutrittsrechte – und digital – über die Sicherheitsarchitektur des Systems selbst – unseren Schülern, deren Eltern und unseren Mitarbeitern ein hohes Maß an Schutz bieten können. Alles Dinge, die wir als maßgeblich bei den Anforderungen angesehen haben und von denen wir jetzt profitieren.“

Eine Information der Salto Systems GmbH, Wuppertal

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· Artikel im Heft ·

Vielseitige elektronische Zutrittslösung
Seite 114 bis 115
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