RWA-Anlagen in Treppenräumen

Automatisierte Rauch- und Wärmeabzüge können neben Brandschutz und Entrauchung auch Aufgaben der Be- und Entlüftung übernehmen.

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Treppenräume sind Fluchtwege. Eine RWA-Steuerung, wie hier die Simon PROtec SHEV3 im Unterputzgehäuse, ist architektonisch gut integrierbar und rettet im Ernstfall Leben. Bild: SIMON PROtec Systems GmbH
Treppenräume sind Fluchtwege. Eine RWA-Steuerung, wie hier die Simon PROtec SHEV3 im Unterputzgehäuse, ist architektonisch gut integrierbar und rettet im Ernstfall Leben. Bild: SIMON PROtec Systems GmbH

Die Bauordnungen der Bundesländer verfolgen im Hinblick auf den Vorbeugenden Brandschutz alle dasselbe übergeordnete Schutzziel: Schutz von Menschenleben, Begrenzung der Ausbreitung von Bränden und Sicherstellung von wirksamen Löscharbeiten. Dabei spielt der so genannte erste Rettungsweg (der meist auch Fluchtweg ist) eine äußerst wichtige Rolle.

Damit Treppenräume in mehrstöckigen Gebäuden ihre Funktion als Flucht- und Rettungsweg erfüllen können, müssen sie im Brandfall rauchfrei sein. Leider ist dies häufig nicht der Fall. Oft sind die Treppenräume verraucht, wenn die Feuerwehr ihre Personenrettung und ihren Löschangriff starten. Es kommen entweder Ventilatoren zum Einsatz, um eine Rauchableitung herzustellen oder Menschen müssen spektakulär über eine Drehleiter gerettet werden.

Automatisierte Entrauchungsanlagen

Ein moderner Rauch- und Wärmeabzug (RWA) erfüllt die Aufgabe der Entrauchung im Brandfall zuverlässig und souverän. RWA-Anlagen sorgen dafür, dass Flucht- und Rettungswege schon in der Brandentstehungsphase rauchfrei bleiben. Somit bilden sich auch keine heißen Rauchgase, die häufig sehr hohen Sachschaden anrichten. Am besten kombiniert man die RWA-Steuerung mit einem Rauchmelder für eine automatische Auslösung. Im Brandfall aktivieren die Rauchmelder die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Entrauchungsöffnung an oberster Stelle des Treppenraums. Hier kommt Antriebstechnik für eine verlässliche, automatisierte Fensteröffnung zum Einsatz. Im Brandfall ist so für einen langen Zeitraum der Fluchtweg über den ersten Rettungsweg nutzbar und spektakuläre Rettungsaktionen über Drehleitern sind nicht notwendig.

RWA und kontrollierte natürliche Lüftung

In den letzten Jahren und verstärkt im Zuge der weltweiten Pandemie geriet die Notwendigkeit der effektiven Lüftung von Räumen in den Fokus der Gebäudetechnik. RWA-Anlagen bieten als Zusatzfunktion eine automatisierte natürliche Be- und Entlüftung. Es stehen unterschiedlichen Strategien zur Wahl, wie temperatur- oder luftqualitätsabhängiges Spaltlüften, ebenso Komfortlösungen wie automatisiertes Schließen bei Regen oder Windereignissen, nach Nachtauskühlung und weiteren sinnvollen Lüftungsszenarien.

Moderne RWA-Anlagen beherrschen diese täglichen Aufgaben weit besser als jede manuell gesteuerte Luftzufuhr. Sie verhindern Schimmelbildung in Gebäuden, stellen ein komfortables Raumklima her und sorgen für ausreichend Frischluftzufuhr. Dies ist für stark frequentierte Räume wie das Treppenhaus ein wichtiges Kriterium. Ein energetisch nachhaltiges Wirtschaften im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes ist dabei selbstverständlich, denn korrekt programmierte RWA-Anlagen verhindern Energieverschwendung.

Kosten und Nutzen

Eine RWA-Anlage bedeutet im Zuge des Neubaus eine Investition von ca. 300–400 Euro pro Stockwerk (gerechnet auf fünf Geschosse). Sie verbindet dafür über viele Jahre hinweg den notwendigen Brandschutz mit den genannten Zusatznutzen. Es bedarf allerdings einer qualifizierten Auswahl an sicheren Geräten, der richtigen Auslegung von Querschnitten und einer fachgerechten Installation.

Die Digitalisierung stellt neben anderen technischen Veränderungen auch große Anforderungen an die Installation von RWA-Anlagen. Mit eigens ausgebildeten Errichterbetrieben ist die Ausführung der Systeme von der Planung bis zur Wartung in fachlich besten Händen.

Martin Weber

Martin Weber
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RWA-Anlagen in Treppenräumen
Seite 35
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