Erneuerbare Energie und Wärmedämmung bei Hauseigentümern auf dem Vormarsch

Erneuerbare Energie und Wärmedämmung bei Hauseigentümern auf dem Vormarsch

Etwa 25 Prozent der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg werden durch Heizungen und Warmwasserbereitung verursacht. Vor allem Heizöl und Gas zählen zu den Klimakillern.

 Haus mit solarthermischer Anlage auf dem Dach in Konstanz (Foto: R. Baumgärtner)
Haus mit solarthermischer Anlage auf dem Dach in Konstanz (Foto: R. Baumgärtner)

Einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien leistet seit mehr als zehn Jahren das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes Baden-Württemberg. Hauseigentümer des südlichen Bundeslandes müssen bei einer neuen Heizung nach dem Tausch 15 Prozent des Bedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Zahlreiche Optionen stehen hierfür zur Verfügung. „Wichtig ist, sich vor dem Kauf einer neuen Heizung umfassend zu informieren“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Möglichkeiten eines umweltschonenden Energieeinsatzes

Ab 2015 stieg der vom Gesetzgeber in Baden-Württemberg geforderte Anteil für Ökowärme auf 15 Prozent, denn seitdem gilt die Regelung nicht nur für bestehende Wohngebäude, sondern auch für Nichtwohngebäude. Jährlich spart man durch das Gesetz etwa 400.000 Tonnen CO2-Emissionen, teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg nach der Ende 2018 vorgelegten Evaluation mit.

Hackschnitzel-, Scheitholz- und Pellet-Zentralheizungen, Kachelöfen, Pelletöfen sowie Grundöfen, die 30 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizen oder die mit einer Wassertasche Wärme an das Zentralheizungssystem abgeben, erfüllen die Anforderungen an das Gesetz vollständig. Pelletöfen müssen einen Wirkungsgrad von 90 Prozent vorweisen, fast alle anderen Geräte von 80 Prozent.

Weiteren Möglichkeiten, das Gesetz zu erfüllen, bieten für Eigentümer Solarthermie-Kollektoren, die die Warmwasserbereitung und gegebenenfalls auch die Heizung unterstützen sowie elektrisch angetriebene Wärmepumpe. Die Erzeugung von Sonnenstrom kann die Anforderungen ebenfalls vollständig erfüllen, wenn eine Photovoltaik-Anlage mit einer Spitzenleistung von zwei Kilowatt je 100 Quadratmeter installiert wird. Der Anschluss an ein Blockheizkraftwerk eines Gebäudes ist ebenfalls möglich.

Bioöl- und Biogasanteil zum Heizen erfüllen die Anforderungen des EWärmeG zu zwei Dritteln, was zehn Prozentpunkten entspricht. Hauseigentümer weisen das über die Brennstoffabrechnung nach. Für Biogas gilt eine Leistungsobergrenze von 50 Kilowatt. „Bedingung ist dabei zudem eine Heizung mit Brennwerttechnik, die aber heute sowieso Standard sein sollte“, erklärt Jürgen Groß vom Deutschen Energieberaternetzwerk (DEN).

Energetische Sanierung von Gebäuden

Eine Alternative zur Energieversorgung bzw. Energieeinsparung stellt eine entsprechende Wärmedämmung dar. Bei einem Dach muss die Dämmung etwa 18 bis 24 Zentimeter Dicke besitzen. Bei Fassaden sind es 16 bis 18 Zentimeter, um das Gesetz zu erfüllen. Die Dämmung der Kellerdecke wird mit einem Anteil von zehn Prozentpunkten angerechnet, wenn das Gebäude bis zu zwei Vollgeschosse hat. Bei Gebäuden mit bis zur vier Vollgeschossen können fünf Prozentpunkte geltend gemacht werden. Guter Dämmstoff mit einer Dicke von 14 Zentimetern erfüllt in der Regel die Anforderungen. Eine ganzheitliche Sanierung der Gebäudehülle erfüllt ebenfalls die Anforderungen, wenn die Gebäudehülle bestimmte altersabhängige Mindestanforderungen erreicht.

Eine individuelle Beratung durch einen Energieberater mit Sanierungsempfehlungen in Form eines energetischen Sanierungsfahrplans ist ebenfalls zulässig und erfüllt ein Drittel der Forderungen. Für Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen die Kosten für einen solchen Plan bei etwa 800 Euro. Der vom Bund geförderte individuelle Sanierungsfahrplan und die sogenannte Vor-Ort-Beratung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfüllen das EWärmeG ebenfalls zu einem Drittel.