Energetische Sanierung in der Hotelbranche: Hoher Bedarf an Beratung und branchenspezifischen Finanzierungsmodellen
Vier Phasen umfassen die Energieberatung, Umsetzung der Maßnahmen und Monitoring der Verbräuche. Die Deutsche Energie-Agentur begleitet die Hotels während des Projektes fachlich beratend, betreibt Öffentlichkeitsarbeit und berät zur Kommunikation mit Mitarbeitern und Gästen.
Erprobung neuer Finanzierungmodelle
Der neue Fortschrittbericht der dena zeigt nach zwei Jahren Projektlaufzeit den hohen Beratungsbedarf der Hotels und Herbergen bei der Einführung der Energieeffizienzmaßnahmen. Die bisherigen Beratungsangebote sollen ausgebaut und Ansätze zur Standardisierung entwickelt werden. Neue Finanzierungsmodelle zur Förderung für Nichtwohngebäude wie beispielsweise Bürgschaften in der Hotelbranche werden im Rahmen des Projekts erprobt.
„Mit unserem Projekt wollen wir die Energieeffizienz in Hotels und Herbergen steigern und damit die Energiewende in Nichtwohngebäuden voranbringen“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Der aktuelle Fortschrittsbericht zeigt, dass unsere Teilnehmer auf einem guten Weg sind. Bei Beratung und Finanzierung besteht aber noch Verbesserungsbedarf. Künftig wird es aber auch darum gehen, das Thema Energieeffizienz besser an Gäste und Mitarbeiter zu kommunizieren. Die Kernbotschaft lautet: Energieeffizienz bedeutet nicht Verzicht, sondern mehr Komfort“.
Unterschiedliche Sanierungsansätze
Energieeinsparungen bei Wärme und Strom von rund 34 % wollen die Herbergen und Hotels mit den Maßnahmen erreichen, deren Bandbreite sich von einer zehnprozentigen Einsparung bis hin zur Planung eines Plusenergiehotels erstreckt.
Hoteliers investieren vor allem in Anlagentechnik wie Heizung oder Beleuchtung und in die Dämmung von Teilen des Gebäudes. Betreiber von Jugendherbergen planen häufig eine Komplettsanierung. Grund sind die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Herbergen können z. B. für den gesamten Sanierungszeitraum schließen, da sie die finanziellen Einbußen besser auffangen können.
Qualität in der Energieberatung muss gesteigert werden
Die Zwischenbilanz des Modellvorhabens macht deutlich, dass vor allem die Qualität der energetischen Beratung zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen sehr unterschiedlich ausfällt. Die Konzepte einiger Berater umfassen detaillierte Sanierungsfahrpläne für das gesamte Gebäude. Andere Berater machten nur vage Angaben zu einzelnen Teilen des Gebäudes.
Hotels und Herbergen dienen als Übernachtungs-, Tages- und Speisestätte. Bei der Bewertung wirtschaftlicher Effizienzmaßnahmen stehen die Berater vor der Herausforderung, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude zu beachten.
Standards für Nichtwohngebäude müssen entwickelt werden, um diese Unterschiede auszugleichen und die Qualität der Beratungen zu erhöhen. Berater müssen Hilfestellungen erhalten, Netzwerke für den Austausch unter Experten sollen gefördert werden. Die Anpassung der Förderhöhe für die Energieberatung ist aufgrund der Komplexität der Beratung ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme.
Neue Ansätze zur Finanzierung für Hotels
Die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen ist eine große Herausforderung für Hotelbesitzer. Das EU-Beihilferecht deckelt die Förderhöhen und Direktzuschüsse sind nur bedingt möglich. Gerade diese Form der Förderung wäre aber für viele Hotelbetreiber interessant, da die Banken die Zuschüsse häufig als Eigenkapital anrechnen.
Bürgschaften für das Ausfallrisiko sowie Standards zur besseren Kreditbewertung für Effizienzmaßnahmen durch die Banken wären zwei weitere Möglichkeiten der Finanzierung. So könnten Investitionen besser beurteilt und die Vorteile einer energetischen Sanierung bei den Kreditkonditionen berücksichtigt werden.
Im Modellvorhaben soll anhand ausgewählter Teilnehmer ein möglicher Standard getestet und weiterentwickelt werden. Der Standard wurde im Rahmen des EU-Projekts „Investor Confidence Project (ICP)“ entworfen.
Zukunft des Modellvorhabens „Check-in-Energieeffizienz“
Seit 2015 läuft das Modellvorhaben der dena und soll noch bis 2018 fortgeführt und laufend optimiert werden. Im Mittelpunkt der kommenden zwei Jahre steht die Umsetzung der geplanten Effizienzmaßnahmen.
Das Pilotprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die KfW-Bank gefördert.














