Aktionsbündnis Baden-Württemberg für individuelles Heizen gegründet

„Keine Monopole in der Wärmeversorgung“ lautet das erklärte Ziel des „Aktionsbündnis Baden-Württemberg für individuelles Heizen“, das am 4. Mai 2015 in Stuttgart von fünf im Wärmesektor aktiven Verbänden gegründet wurde.

Die Gründungsmitglieder in Stuttgart (v. li.): Martin Bentele, Geschäftsführer Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband; Stefan Eisele, Präsident Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg; Joachim Butz, Vorsitzender Fachverband SHK Baden-Württemberg; Dietmar Zahn, Geschäftsführer Fachverband SHK Baden-Württemberg; Andreas Maier, Repräsentant Institut für Wärme und Oeltechnik; Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer Verband für Energiehandel Südwest-Mitte
Die Gründungsmitglieder in Stuttgart (v. li.): Martin Bentele, Geschäftsführer Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband; Stefan Eisele, Präsident Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg; Joachim Butz, Vorsitzender Fachverband SHK Baden-Württemberg; Dietmar Zahn, Geschäftsführer Fachverband SHK Baden-Württemberg; Andreas Maier, Repräsentant Institut für Wärme und Oeltechnik; Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer Verband für Energiehandel Südwest-Mitte

In Baden-Württemberg wird der Ausbau der Nah- und Fernwärme (Wärmenetze) forciert. Dabei bestehen vielfach im Rahmen von kommunalen Bebauungsplänen so genannte Anschluss- und Benutzungszwänge an die vorhandenen Wärmenetze (Nah- und Fernwärme), oft in Verbindung mit einem Verbrennungsverbot für feste Brennstoffe. Dies führt zu einer Monopolisierung in der Wärmeversorgung, denn unabhängig von der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme muss die Wärmeversorgung der betroffenen Gebäude (Heizung und Warmwasser) über das örtliche Nah- oder Fernwärmenetz erfolgen. Die Gebühren für die Wärmeversorgung werden vom Betreiber des Netzes festgelegt. Auf die Gebührenhöhe haben die Nutzer keinen Einfluss und sind damit von der Kalkulation des Netzbetreibers abhängig.

Bündnis gegen Anschluss- und Benutzungszwänge

Das Aktionsbündnis spricht sich deshalb gegen Anschluss- und Benutzungszwänge aus, ist dabei aber nicht generell gegen Wärmenetze. Joachim Butz, Vorsitzender des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg, weist für das Aktionsbündnis darauf hin: „Baden-Württemberg ist unter den Bundesländern Spitzenreiter bei kommunalen Eingriffen in den Heizungsmarkt. Von den aktuell bundesweit über 1.100 dokumentierten kommunalen Eingriffen in den Wärmemarkt ist rund ein Drittel im Südwesten zu finden, wobei ich in der Praxis von einer noch größeren Anzahl ausgehe“.

Das Aktionsbündnis bietet für die Teilnehmer eine Plattform zur gegenseitigen Information und Abstimmung. Ziel ist, dass sich Eigentümer eigenständig für die aus ihrer Sicht bevorzugte, ökologisch und wirtschaftlich optimale Lösung entscheiden können.

Diese individuelle Heizung muss nicht nur auf die Gegebenheiten des Gebäudes, sondern auch auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt werden können.

Ein wichtiges Anliegen sind darüber hinaus Gespräche und Kontakte mit der Landesregierung sowie mit dem Städte- und Gemeindetag. Weiterhin ist ein Konzept für Informationsveranstaltungen in den Gemeinden geplant. Dabei soll die Öffentlichkeit über die Konsequenzen eines Anschluss- und Benutzungszwangs an ein Wärmenetz informiert werden.

Gründungsmitglieder des „Aktionsbündnis Baden-Württemberg für individuelles Heizen“ sind:
∙    Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e. V. (www.veh-ev.de)
∙    Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg (www.schornsteinfeger-liv-baden-wuerttemberg.de)
∙    Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (www.zukunftsheizen.de)
∙    Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (www.depv.de)
∙    Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (www.fvshkbw.de)

Printer Friendly, PDF & Email
19.10.2026
Politik
Der Absatz von Heizungen in Deutschland steigt 2026 wieder. Treiber dieser Entwicklung ist die Wärmepumpe. Vor diesem Hintergrund fordert die Heizungsbranche die Bundesregierung auf...
31.10.2025
Kommunale Wärmeplanung
Eine aktuelle Basisstudie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur Kommunalen Wärmeplanung zeigt große Unterschiede zwischen den Kommunen, z. B. in Methodik, Datenqualität...
14.01.2026
Heizkostenprognose 2025
Aufgrund der kälteren Außentemperaturen in der Heizperiode 2025 – im Schnitt war es 2025 kälter als 2024 – werden die Gesamtkosten für das Heizen laut einer aktuellen Prognose von Techem im Mittel um...
02.04.2026
Energiewende im Gebäudesektor
Laut einer Analyse des BBSR lebt seit Ende 2025 etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, d.h. ca. 24,2 Millionen Menschen, in Gemeinden mit einem fertiggestellten Wärmeplan.
31.10.2025
Wärme aus Wasser für Rheinland-Pfalz
In Mainz wird in einem Neubaugebiet Brunnenwasser als Wärmequelle genutzt und in Konz soll künftig die Wärme von Flusswasser zur Wärmeversorgung dienen.
04.09.2026
VDMA Positionspapier
Neubau, Sanierung und Wärmeinfrastruktur gehören zusammen. Das VDMA Gebäudetechnik fordert eine bessere Förderlogik für den Gebäudesektor.