Neue Wärmetechnik für denkmalgeschütztes Gebäudeensemble
Für die Beheizung der denkmalgeschützten Alten Mälzerei in Schwabmünchen war ursprünglich ein hybrider Ansatz mit Gas-Spitzenlastkessel angedacht, doch die explodierenden Gaspreise nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine sorgten für ein Umdenken. Die Entscheidung für Pellets fiel auf Empfehlung des Energieberaters Stefan Preiß. „Wir decken die Kapazität nun komplett über Pellets ab und verzichten auf jegliche fossile Ergänzung“, erklären die Projektverantwortlichen.
Gerade in der Renovierung spielen Pelletheizungen ihre Stärken aus: Sie benötigen keine aufwändige, energetische Sanierung der Gebäudehülle, nutzen vorhandene Schornsteine und erreichen problemlos die hohen Vorlauftemperaturen, die Altbauten häufig erfordern. Photovoltaik auf Denkmaldächern? Im Regelfall nicht genehmigungsfähig! Umso wichtiger wird die Wahl eines nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieträgers. Dank der Kaskadenschaltung springen bei Ausfall eines Kessels automatisch die anderen ein und sorgen so für maximale Versorgungssicherheit.

Schnelle und einfache Kesselinstallation
Die Sanierung des gesamten Areals dauerte von Oktober 2021 bis zur Fertigstellung der ersten Wohnungen im Oktober 2023 nur rund zwei Jahre. Seit Dezember 2023 läuft die Heizungsanlage im Dauerbetrieb. Die Wärme gelangt über Fußbodenheizungen in die Räume, zusätzliche Wärmeerzeuger für Spitzenlast werden nicht benötigt.
Das eigens konstruierte Lager fasst rund 40 t Pellets, was für etwa zehn Monate Heizbetrieb ausreicht. Die Pellets werden von einem regional ansässigen Pellethändler geliefert. Durch vorausschauende Bestellung sichern sich die Betreiber günstige Konditionen – denn in den Sommermonaten ist der Pelletpreis saisonbedingt niedriger als im Winter während der Heizperiode.

Gewöhnung an neue Routinen
Rechtzeitige Pelletnachbestellung, regelmäßiges Entleeren der Aschekästen – die Verwaltung gewöhnte sich rasch an die neuen Routinen. Das Fazit: „Absolut beherrschbar“ und eine Bestätigung der richtigen Entscheidung.
Eine spezielle Förderung für die Nutzung erneuerbarer Energien gibt es bei denkmalgeschützten Objekten nicht. Energetische Förderprogramme haben die Projektverantwortlichen zwar in Anspruch genommen, doch die Wirtschaftlichkeitsrechnung musste ohne zusätzlichen Bonus speziell für die Heizung aufgehen – und tat es auch.
Bewährte Technik auch für komplexe Sanierungen
Die Alte Mälzerei in Schwabmünchen zeigt, wie sich historische Bausubstanz und moderne Heiztechnik vereinen lassen. Pelletheizsysteme bieten in der Bestandssanierung entscheidende Vorteile: Sie arbeiten zuverlässig mit vorhandener Infrastruktur, erreichen benötigte Leistungsspitzen ohne fossile Ergänzung und ermöglichen CO₂-reduzierte Wärmeversorgung auch dort, wo Wärmepumpen oder Photovoltaik an ihre Grenzen stoßen. „Die direkte Nachbarschaft zu ÖkoFEN war Zufall“, berichten die Projektverantwortlichen, „ist aber natürlich praktisch“. Vor allem für die 41 Haushalte, die nun mit regional erzeugten Pellets umweltfreundlich und kostenstabil heizen.
Eine Information der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH, Mickhausen
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