Modellprojekt „Bergmannsgrün“ in Dortmund-Huckarde
„Wir wollen mit diesem Quartier eine Antwort geben auf die Frage, die auch das Motto der IGA ist: Wie wollen wir morgen leben?“, sagt Vivawest-Geschäftsführer Haluk Serhat. „Dabei geht es um mehr als ein lebenswertes Wohnumfeld mit einer hohen Aufenthaltsqualität – es geht um Solidarität und Gemeinsinn in der Nachbarschaft, aber auch um Ökologie und Klimagerechtigkeit auf allen Ebenen. Unser Anspruch war und ist es, ein wahrhaftig zukunftsgerechtes Quartier zu entwickeln.“
„Das Gebäudeensemble haben wir ganzheitlich betrachtet“, ergänzt Carsten Gröning, Fachbereichsleiter Zentrale Quartiersentwicklung und Projektleiter Bergmannsgrün Vivawest. „Im ersten Bauabschnitt wurde ein Großteil der bestehenden Gebäude modernisiert und neuer Wohnraum wurde durch Dachaufstockungen geschaffen. Die Gebäude, die nicht wirtschaftlich zu modernisieren waren, wurden abgebrochen. An deren Stelle entstehen rund 200 neue Wohnungen, ein Parkhaus und ein Quartierszentrum.“ Insgesamt wird der in die Maßnahme einbezogene Teil des Quartiers im Dortmunder Stadtteil Huckarde planmäßig von 266 auf 382 moderne und energieeffiziente Wohneinheiten anwachsen.

Energetische Aufwertung durch Wärmepumpen und PV
Ein wesentlicher Bestandteil der Quartiersentwicklung ist die regenerative Energieversorgung. „Dafür haben wir uns für eine Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpen und Photovoltaik entschieden“, so Michael Marx, Bereichsleiter Bestandstechnik Vivawest. „Der Strom von den Dächern soll einerseits soweit möglich für den Betrieb der Wärmepumpen eingesetzt, andererseits auch von den Bewohnern im Rahmen eines Mieterstrom-Modells selbst genutzt werden.“
Schon in einer frühen Planungsphase war Stiebel Eltron in die Überlegungen eingebunden, erklärt Udo Steinberg, Leiter Key Account Management Objekte Nord des Heizungsherstellers. „So konnten wir unsere Expertise einbringen und dazu beitragen, die jeweils bestmögliche Lösung in Sachen Wärmeerzeugung und Nutzung im Gebäude zu ermitteln.“ Installiert wurden 16 Luft/Wasser-Wärmepumpen-Kaskadenanlagen, bestehend aus jeweils zwei Geräten. Sie versorgen insgesamt 24 Gebäude mit Wärmeenergie. In den Gebäuden stehen jeweils zwei Pufferspeicher in einem Technikraum, aus denen die Wohnungen mit dem Heizungsvorlauf versorgt werden.

„In den Bestandsgebäuden waren vorher zentrale Gas-Zentralheizungsanlagen installiert. An deren Stelle sind nun die Pufferspeicher mit den außenstehenden Wärmepumpenanlagen getreten. In jeder Wohnung kommt eine Wohnungsstation zum Einsatz, in der die Wärme der Wärmepumpenanlage an das Verteilsystem in der Wohneinheit für die Beheizung abgegeben wird, genauso aber auch die Erwärmung des Trinkwarmwassers stattfindet“, berichtet Alexander Arndt, Fachbereichsleiter Technische Gebäudeausrüstung Vivawest.
„Insgesamt kommen in den sanierten Wohnungen 122 WS-GTA Trend von Stiebel Eltron zum Einsatz – das WS steht für Wohnungsstation, das GTA für Gasthermenaustausch“, weiß Udo Steinberg. „Nicht zu verwechseln mit einem Computerspiel gleichen Namens“, so der Experte schmunzelnd.
Hygienische und effiziente Wärmebereitstellung in Neubau und Bestand
Auch in den u. a. durch Dachaufstockung neu hinzugekommenen Wohnungen wird das Prinzip der Wohnungsstationen beibehalten: Hier kommen insgesamt 35 Geräte vom Typ WS-T 2 Plus von Stiebel Eltron zum Einsatz. „Diese Wohnungsstationen sind perfekt für das Zusammenspiel mit einer Fußbodenheizung als Verteilsystem geeignet“, weiß Steinberg. „Dazu übernehmen auch sie natürlich die Warmwasserbereitung.“ Ohnehin sei die Trinkwarmwasserbereitung mittels Wohnungsstationen dezentral in jeder Wohneinheit eine ideale Lösung: „In der Regel ist man damit unabhängig von der Legionellenproblematik, weil ja eben kein warmes Wasser dauerhaft vorgehalten wird“, so Steinberg.
„Allgemein kann man sagen, dass die Luft/Wasser-Wärmepumpe in der Wohnungswirtschaft vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung und unter den Aspekten Planung, technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit das Top-Produkt ist. Da bin ich mir inzwischen sehr sicher, nachdem wir in den vergangenen Jahren auch alternative Systeme ausprobiert haben“, erklärt Michael Marx.
Bei engen Bebauungen, wie sie in der Region vorzufinden sind, sei das Thema Schall in Verbindung mit Luft/Wasser-Wärmepumpen immer ein Thema, ergänzt Alexander Arndt: „Deswegen ist die Aufstellsituation ganz entscheidend. Neben den technischen Vorgaben beispielsweise in Sachen Leitungsführung spielt die Geräuschentwicklung eine große Rolle bei der Auswahl des Anlagenstandorts.“
„In einer Zusammenarbeit ist wichtig, dass sich beide Seiten aufeinander verlassen können“, betont Vivawest-Geschäftsführer Haluk Serhat. „Die Belastbarkeit einer Partnerschaft zeigt sich immer erst in schwierigen Zeiten – das haben wir in den vergangenen für die gesamte Wohnungswirtschaft herausfordernden Jahren feststellen können. Stiebel Eltron ist ein absolut verlässlicher Partner, mit dem wir auch in Zukunft weitere Projekte umsetzen werden.“
Eine Information der Stiebel Eltron GmbH & Co. KG, Holzminden
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