Kupfer an der Fassade, Stahl dahinter

Verdeckte Entwässerung für außergewöhnliches Design

Die Villa in Köln-Rodenkirchen ist ein echter Hingucker: Kubatur und Fassadengestaltung zeigen sich selbstbewusst nach außen. Kein einfacher Würfel, sondern akzentuierte Teilkuben; keine einfache, weiße Standard-Putzfassade, sondern Kupferschindeln, die auf Teilflächen ihre besondere Wirkung entwickeln. Für die perfekte Wirkung ist auch wichtig, dass nichts den flächigen Eindruck stört – noch nicht einmal ein Fallrohr. Diese liegen deshalb hinter der Fassade im Dämmsystem.

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Beeindruckender Baukörper: Der Kupfer-Kubus wirkt wie in den Putzbau hinein gestellt. Zum Garten hin zeigt sich der Bau offen. Bild: Dirk Baumbach/Loro
Beeindruckender Baukörper: Der Kupfer-Kubus wirkt wie in den Putzbau hinein gestellt. Zum Garten hin zeigt sich der Bau offen. Bild: Dirk Baumbach/Loro

Der Villenneubau in Rodenkirchen zeigt sofort, dass der Bauherr offen und fern von Standards denkt. Dem Auge präsentiert sich ein hoher, kupferverkleideter Kubus in einem etwas niedriger gehaltenen, hell verputzten Würfel. Zur Straße und zu den Seiten zeigt sich das Bauwerk weitgehend geschlossen, zum Garten hin kommen große verglaste Flächen hinzu – sowie ein ausgesparter Würfel in der Gebäudeecke, der so Platz für eine geschützte Terrasse schafft. Schon die Putzfassade zeigt hohen Anspruch: hochglatt, flächig und elegant in einem hellweißen Cremeton. Sie bildet den Rahmen für die Kupferfassade. Die Schindeln (KME Tecu Classic coated) sind präzise verarbeitet, bis in die Laibungen hinein.

 

Bautafel

Architekt: Vidale Schnitzler Architekten, Köln

Projektentwicklung/Bauleitung: ABSOLUT Projektentwicklung GmbH, Köln, Architektin Jennifer Meiners

Fachhandwerker: Nebeler Bedachungen GmbH, Daun, Stefan Nebeler

Entwässerung: Loro, Bad Gandersheim, Beratung: Stefan Kruska

Kupferfassade: KME, Osnabrück 

Beratung: Klempnermeister Michael Giebler

 

Verdeckt verlegt: Haupt- und Notentwässerung

Ganz anders als für das Gesamtbauwerk, galt für die Entwässerung von Flachdach und Dachterrassen der Leitspruch: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“. Die attraktive Fassade sollte so wenig wie möglich in ihrer Homogenität unterbrochen werden, also auch nicht durch Fallrohre.

Die Lösung: Die gesamte Entwässerung liegt unter Putz. Für das Gebäude sind nur zwei Entwässerungspunkte auf dem Flachdach notwendig, die über eine Kaskadenanordnung auch die Dachterrassen entwässern. Die Fallleitungen liegen in der Fassade, hinter dem Putz. Die einzigen sichtbaren Elemente sind zwei „Wuppertaler Blenden“ und zwei Notausläufe knapp über dem Boden. Die Blenden sind zur Belüftung der Fallleitungen notwendig. Hier sind sie im Farbton der Fassade gehalten und fallen so kaum auf.

Damit die Entwässerung das Fassadenbild nicht stört, verlaufen die Fallleitungen hinter der Fassade. Nur für die Entlüftung der Rohre ist ein Durchbruch notwendig. Dies ist elegant mit einer „Wuppertaler Blende“ im Farbton des Fassadenputzes gelöst. Von unten ist die Blende geschlossen und fügt sich so harmonisch in die Fläche ein. Bild: Dirk Baumbach/Loro

Die Notausläufe entwässern normkonform auf die Freifläche, stören aber ebenso kaum den Gesamteindruck der Fassade: Dieses Rohr ist besonders schmal (DN 50) und ragt etwa 25 cm über dem Boden aus der Wand.

Minimaler Fassadendurchbruch für die Notentwässerung mit einem schmalen DN-50-Rohr. Bild: Dirk Baumbach/Loro

Selbst die Abläufe auf den Dachterrassen liegen verborgen unter dem Plattenbelag. Nur die Abläufe auf dem Flachdach sind konventionell montiert. Damit die Entwässerung zuverlässig und langlebig funktioniert, fiel die Wahl auf den Werkstoff Stahl mit Systemen von Loro. Zudem musste mit relativ schmalen Rohren eine hohe Ablaufleistung erreicht werden. Dafür kam ein System mit drückender Freispiegelentwässerung zum Einsatz. So genügen Rohre mit 100 mm Durchmesser (DN 100) für die Haupt- und Notentwässerung.

Auf dem Flachdach sind an zwei Punkten an der Attika Abläufe von Loro verbaut, die in einem Bauteil Haupt- und Notentwässerung übernehmen: „Haupt-Not-Kombi Duoflux Flach 50 Attikadirektablauf, Serie 43“. Vom Dach geht es mit einem Rohr-in-Rohr-System (äußere Rohrleitung DN 100 als Hauptentwässerung, innere Rohrleitung DN 50 als Notentwässerung) zu der Dachterrasse. Von dort wird das Wasser mit zwei DN 50 Rohrleitungen vom Dach zum Terrassenablauf unter dem Plattenbelag lang geleitet. Hier nimmt ein Loro-X Quattroflux-Ablauf für die Staffelgeschossentwässerung das Niederschlagswasser der Dachterrasse auf und führt dann das Wasser vom Dach und das Wasser der Dachterrasse in zwei Fallrohre „Rohr in Rohr“ ab (äußere Rohrleitungen DN 100 für die Haupt-, innere Rohrleitungen DN 50 für die Notentwässerung). Der Quattroflux vereint also vier getrennte Fließwege in einem System (Hauptentwässerung von Dach und Dachterrasse sowie Notentwässerung von Dach und Dachterrasse).

Auf dem nicht einsehbaren Flachdach geht es um (Abfluss-) Leistung. Durch die Wahl der Loro-Duofux-Attika-Direktabläufe genügen zwei Ablaufpunkte, um die gesamte Fläche sicher zu entwässern. Bild: Dirk Baumbach/Loro

Da das Entwässerungssystem eine belüftete Fallleitung benötigt, um seine Funktion zu gewährleisten, aber aufgrund der Optik kein konventionelles Entlüftungsstück gewünscht war, fiel die Wahl auf eine „Wuppertaler Blende“. Sie steht nur wenige Zentimeter aus der Fassade hervor und ist von unten geschlossen – das Belüftungsloch zeigt nur nach oben. Mit dieser besonders eleganten Lösung sind auch anspruchsvolle architektonische Ideen realisierbar – wie bei diesem Gebäude.

Weiterer positiver Effekt der Belüftung: Die Geräuschentwicklung ist minimal. Das ist bei Dachterrassen besonders wichtig, da der Raum darunter bewohnt ist.

Eine Information der Lorowerk K. H. Vahlbrauk GmbH & Co. KG, Bad Gandersheim

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· Artikel im Heft ·

Verdeckte Entwässerung für außergewöhnliches Design
Seite 124 bis 125
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