Kreislauffähiges Holz-Hybrid-Gebäude mit Cradle-to-Cradle®-zertifizierten Armaturen
Für echte Kreislaufwirtschaft und einen reduzierten CO2-Fußabdruck
Laut den Entwickler:innen des Gebäudes wird etwas mehr als die Hälfte des weltweiten Abfalls durch die Baubranche produziert. Anders als in der linearen Wirtschaft üblich, wird beim Cradle-to- Cradle®-Ansatz bereits bei der Herstellung die spätere Weiterverwendung der Produkte mitgedacht. Das Gebäude The Cradle fungiert als Rohstoffdepot, denn alle verbauten Materialien wurden hinsichtlich Materialgesundheit, Schadstofffreiheit und späterer Demontagefähigkeit der einzelnen Komponenten geprüft. Der ökologische Gedanke geht weiter: Ein Cradle-to-Cradle®-Gebäude nutzt ökologisch erzeugte Energie und berücksichtigt die Produktion der Baustoffe. Der Circularity Passport, ein Planungs- und Dokumentationsinstrument für die Berechnung der Kreislauffähigkeit, gibt für The Cradle an: Im Vergleich zu konventionell geplanten Gebäuden wurden die Materialgesundheit um 56 % und der CO2-Fußabdruck um 50 % verbessert. Der Anteil der recycelbaren Materialien liegt bei über 90 %.
Architektur mit Wiedererkennungswert und Rückbaupotenzial
Besonders prägend für die architektonische Identität ist die charakteristische Holzfassade: Eine rautenförmige Struktur aus diagonal verspannten Lärchenholzstützen bildet das außenliegende Tragwerk. Die Konstruktion schafft einen markanten visuellen Ausdruck und erfüllt zentrale Prinzipien zirkulären Bauens: einfache Trennbarkeit, Rückbaufähigkeit und Wiederverwertbarkeit. Im Innenraum setzt sich der zirkuläre Gestaltungsansatz konsequent fort. Die verwendeten Materialien sind schadstofffrei und reversibel verbaut. Offene Installationen, der Ausbau mit natürlichen Materialien und unbehandelte Oberflächen verleihen den Räumen eine ruhige, funktionale Atmosphäre.

Zirkularität in den Sanitärräumen
Nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip zu bauen ist eine Herausforderung. Rund vier Jahre lang plante und prüfte ein Team von Architekt:innen, Bauingenieur:innen und Fachplaner:innen von EPEA, Interboden und HPP Architects Maßnahmen für The Cradle. In den Bädern kommen Lösungen von Grohe, die den Cradle-to-Cradle-Certified®-Produktstandard in Gold erfüllen, zum Einsatz: die Grohe Eurosmart Waschtischarmaturen und das Grohe Tempesta 100 Brausestangenset. Die Zertifizierung garantiert sowohl die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Materialien als auch ihre Recyclingfähigkeit und eine Produktion mit mindestens 50 % erneuerbarer Energie.

Hinzu kommen Funktionen wie die SilkMove ES Technologie („ES“ steht für „Energy Saving“, also Energieeinsparung), bei der in mittlerer Hebelstellung ausschließlich kaltes Wasser fließt. Dadurch wird der Warmwasserverbrauch reduziert – ein Detail, das im täglichen Betrieb zu einer messbaren Energie- und CO2-Einsparung führt. Die Wahl dieser Produkte unterstreicht den Anspruch, Nachhaltigkeit nicht als abstraktes Ziel zu formulieren, sondern sie durch konkrete Designentscheidungen im Alltag wirksam werden zu lassen.

„Rund 50 Prozent der weltweit entnommenen Ressourcen sind der Baubranche zuzuschreiben, hier liegt also ein enormes Innovationspotenzial“, sagt Marc Dobro, Geschäftsführer der Grohe Deutschland Vertriebs GmbH. „Als Partner von Architekt:innen, Projektentwickler:innen und Planer:innen sehen wir es daher als unsere Verantwortung an, die richtigen Produktlösungen zu entwickeln, um die nachhaltige Transformation des Sektors voranzutreiben. Wir sind sehr stolz, mit unseren Armaturen Teil dieses Pionierprojekts zu sein.“
Digital durchdacht von der Planung bis zur Umsetzung
The Cradle wurde von Anfang an digital geplant und umgesetzt. Bereits in der frühen Entwurfsphase kam Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz – eine Arbeitsmethode, bei der ein funktionaler „digitaler Zwilling“ des Gebäudes am Computer entsteht. Sie ermöglicht es, ökologische Lebenszyklen zu analysieren und Rückbaupotenziale zu berechnen. Alle eingesetzten Materialien und Bauteile sind im Materialregister Madaster dokumentiert. Dabei handelt es sich um eine digitale Plattform, die Daten zu Zusammensetzung, Materialgesundheit, CO2-Bilanz und Trennbarkeit bereitstellt. The Cradle ist das erste vollständig in diesem System erfasste Projekt Deutschlands.
Auch bei der Materialwahl im Innenbereich setzt das Gebäude Maßstäbe: So kommt Recycling-Beton (R-Beton) mit einem Anteil von 25–45 % an wiederverwerteten Baustoffen zum Einsatz. Wo Primärbeton nötig war, wurde konsequent auf schädliche Zusatzstoffe verzichtet mit dem Ziel, diesen Baustoff kreislauffähig zu gestalten. Dadurch werden CO2-Emissionen reduziert und neue Maßstäbe im Umgang mit endlichen Ressourcen wie Sand und Kies gesetzt.
Gestaltung trifft politische Weichenstellung
Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 gibt die EU klare Rahmenbedingungen vor. Auch auf nationaler Ebene wird mit der geplanten Kreislaufwirtschaftsstrategie der Weg für ressourcenschonendes Bauen geebnet. Zirkuläres Bauen entwickelt sich damit von einer Vision zur regulatorischen Notwendigkeit. Für Architekt:innen bedeutet das: Jetzt ist der Moment, um mit gestalterischer Innovationskraft neue Maßstäbe zu setzen. The Cradle zeigt, wie das geht: Mit einem konsequent nachhaltigen Entwurf, einer bis ins Detail durchdachten Kreislaufplanung und einem bewussten Einsatz ausgewählter Materialien – von massiven Lärchenholzträgern bis hin zur ressourcenschonenden Waschtischarmatur.
Eine Information der Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, Porta Westfalica
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