Nachhaltig heizen und kühlen im Quartier 11
„Das Projekt adressiert viele aktuelle Herausforderungen, die mit dem Ersatz von Gasetagenheizungen in einem innerstädtischen Quartier der 30er Jahre einhergehen,“ sagt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e. V. in seiner Laudatio zum Projekt. „Die prämierte Lösung mit Wärmepumpe, Nahwärmenetz, Solarkollektor und Eisspeicher kann als Vorbild für unzählige vergleichbare Gebäude in Deutschland dienen.“
Der zentrale Eisspeicher im Untergrund des Innenhofs ist über ein kaltes Wärmenetz mit den Wärmepumpen in den insgesamt sieben Heizzentralen verbunden, die die Gasetagen- und vereinzelten Gaszentralheizungen ersetzt haben. Ein Energieblock aus Solarabsorbern dient als weitere Wärmequelle für die Wärmepumpen und unterstützt die Regeneration des Eisspeichers im Sommer.

Netzdienlicher Betrieb
Die steigende Zahl von regenerativen und damit dezentralen und von Witterung und Jahreszeit abhängigen Stromerzeugungsanlagen wie Wind und Sonne verleiht der Regulierung der Netzfrequenz zunehmende Bedeutung. Die Wärmepumpen nehmen überschüssigen Strom auf und speichern Wärme zur bedarfsgeführten Nutzung in den Gebäuden. Auch der Eisspeicher kann einen wesentlichen Beitrag zur netzdienlichen Fahrweise leisten.
Eine intelligente Gebäudeleittechnik kontrolliert das Energieverhalten und zeichnet tagesaktuelle Verbräuche auf. Eventuell auftretende Störungen werden intelligent erfasst und weitergeleitet. Die Anlage kann von außen parametriert und gesteuert werden. Die C02-Emissionen im Objekt werden sofort von derzeit 436 t/a auf 105 t/a, d.h. um 76 %, reduziert. Im Jahr 2030 sinken sie auf 45 t/a, also um 90 %. Die Sanierung dient einer langfristig gesicherten Wärmeversorgung mit einem sehr hohen regenerativen Anteil von ca. 65 %.
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