1. KfW-DEN-GRE Forum 2019 zum energieeffizienten Bauen und Modernisieren

1. KfW-DEN-GRE Forum 2019 zum energieeffizienten Bauen und Modernisieren

Bis zum Jahr 2050 soll der Gebäudesektor klimaneutral werden. Am 03. April 2019 fand dazu das 1. KfW-DEN-GRE Forum in Frankfurt am Main statt. Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Graue Energie  standen im Mittelpunkt.

1. KfW-DEN-GRE Forum 2019 – Podiumsdiskussion zum Thema.  Von links nach rechts: Frau Klempnow (DEN e.V.), Frau Stein-Barthelmes (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.), Herr Fuhrop, Prof. Dr.-Ing. Anton Maas (GRE e.V.), Herr Dr. Renner (BMWi), Frau Bühner (KfW) und Prof .Dr.-Ing. Andreas H. Holm (GRE e.V.). (Foto: ©DEN)
1. KfW-DEN-GRE Forum 2019 – Podiumsdiskussion zum Thema. Von links nach rechts: Frau Klempnow (DEN e.V.), Frau Stein-Barthelmes (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.), Herr Fuhrop, Prof. Dr.-Ing. Anton Maas (GRE e.V.), Herr Dr. Renner (BMWi), Frau Bühner (KfW) und Prof .Dr.-Ing. Andreas H. Holm (GRE e.V.). (Foto: ©DEN)

Die Bundesregierung will mit dem Klimaschutzplan 2050 den Einsatz nachhaltiger Baustoffe und -produkte stärken. Der Fokus bei Gebäuden lag bisher auf der Betriebs- bzw. Nutzungsphase der Gebäude, indem die Energieverbrauchs- bzw. Bedarfswerte als wesentliche Kenngrößen verwendet werden. Nicht im Lebenszyklus enthalten sind bisher der Energie- und Ressourcenaufwand zur Herstellung der Bauprodukte, der Errichtung des Gebäudes bis zur notwendigen Entsorgung am Ende.

Eine Ausweitung der Bilanzgrenzen auf den gesamten Lebenszyklus der Gebäude soll das nun ändern und eine vollständige Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäudekonzepten erlauben, damit den Anforderungen des Klimaschutzplans 2050 genüge tragen wird. Die technischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Grundlagen müssen dabei festgelegt und für alle Beteiligten erfassbar sein.

Ressourchenschonung steht im Fokus

Im gemeinsamen Forum von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Gesellschaft für Rationelle Energieverwendung e. V. (GRE) und der Deutschen Energieberater-Netzwerk e. V. (DEN)  wurden die praktischen Konsequenzen und mögliche Lösungsansätze aus Sicht aller am Bau beteiligten Akteure diskutiert. Petra Bühner, Prokuristin im Bereich Grundsatz und Technik (Mittelstandsbank und private Kunden) der KfW, stellte den aktuellen Förderstatus Ihrer Bank zu den wohnwirtschaftlichen Programmen vor, in denen es um energieeffizientes Bauen und Sanieren, altersgerechtes Umbauen, das KfW-Wohneigentumsprogramm sowie um Baukindergeld geht.

Inga Stein-Barthelmes vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. präsentierte die Marktdaten der Bauindustrie im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Ressourcenschonung und die Verwirklichung von Stoffkreisläufen bildeten den Fokus der Präsentation. Dabei gehe es um die Betrachtung des Lebenszyklus von Gebäuden sowie um Stoffströme. Nachhaltigkeit sei für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und den zur Verfügung stehenden Ressourcen enorm wichtig.

Bestehende Gebäudesubstanz nutzen

Prof. Andreas H. Holm, Bauphysiker und Vorstandsvorsitzender der GRE referierte über Graue Energie von Wohngebäuden im Niedrigstenergiestandard. In den letzten Jahrzehnten seien Gebäude entstanden, die nur noch einen minimalen Primärenergiebedarf für den Betrieb aufweisen. Der Anteil der Grauen Energie im Verhältnis zu den Primärenergiebedarfen für Nutzerstrom und Betrieb sei dadurch sukzessive angestiegen. Graue Energie gilt als wichtiger Kennwert für die ökologische Bewertung von Gebäuden. Hier fehle jedoch noch die eindeutige Definition und Ermittlung sowie direkte Vergleichbarkeiten.

Impulsvorträge und Podiumsgespräche folgten, in denen mit den interessierten Gästen des Forums zu Aspekten und Fragen zu Nachhaltigkeit, Grauer Energie und Ressourcenschutz diskutiert wurde.

Daniel Fuhrhop setzte sich mit einem „Verbietet das Bauen“ für eine konsequente Nutzung der bestehenden Gebäudesubstanz als aktivem Beitrag zu Ressourcen und Klimaschutz ein. Neue Ansätze für die nachhaltige Bewertung von Klima-Aspekten im Gebäudebereich müssen entwickelt werden, da der Primärenergieaufwand allein keine geeignete Kennzahl mehr sei. Der Vorbildcharakter der öffentlichen Gebäudeeigentümer wurde in diesem Zusammenhang wiederholt. Es wurde unter anderem gefordert, bestehende bürokratische und strukturelle Hemmnisse gezielt und schnell abzubauen, um das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes im Jahre 2050 zu erreichen.