Heizen in Deutschland: Wo steht die Wärmewende?

Laut Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks gab es im Jahr 2018 insgesamt über 32 Millionen Feuerungsanlagen.

Der Schornsteinferger vergibt das Energieeffizienzlabel für ältere Heizungsanlagen. (Foto: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks)
Der Schornsteinferger vergibt das Energieeffizienzlabel für ältere Heizungsanlagen. (Foto: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks)

Die Zahl umfasst Heizungsanlagen, aber auch Warmwasserbereiter, Raumheizer und Einzelraumfeuerstätten wie Kamin- und Kachelöfen, die vom Schornsteinfeger im gesetzlichen Auftrag erfasst und überprüft werden. Die jährlichen Erhebungen bieten einen detaillierten Einblick in die Struktur des Wärmemarktes und liefern wichtige Eckdaten für die Umwelt- und Klimapolitik.

Gasheizungen überwiegen

Nach wie vor dominieren fossile Energieträger den Wärmemarkt in Deutschland. Von den rund 18,8 Millionen Heizungsanlagen nutzen 5,4 Millionen den Brennstoff Öl (28,9 Prozent), 13,4 Millionen heizen mit Gas (71,1 Prozent). 6,9 Millionen (36,8 Prozent) dieser Öl- und Gasheizkessel arbeiten auf Brennwertbasis und erreichen dadurch höhere Wirkungsgrade. Hauptsächlich handelt es sich um Gas-Brennwertgeräte (6,3 Millionen). Lediglich 0,8 Millionen Heizungsanlagen erzeugen Wärme mit erneuerbaren Energien in Form von Pellets, Scheitholz und Hackschnitzel. Hinzu kommen ca. 11,2 Millionen Einzelraumfeuerstätten, die jedoch nur gelegentlich als zusätzliche Wärmequelle genutzt werden. Im Bereich der Kamin- und Kachelöfen oder Heizeinsätze steht Scheitholz als Brennstoff an erster Stelle, es folgen Pellets deutlich vor Kohle.

Hohes Alter im Heizungsbestand

Jede zweite Heizungsanlage in Deutschland ist älter als 20 Jahre. Ab einem Alter von 15 Jahren gilt ein Heizkessel als energetisch ineffizient. Seit 2017 bewertet das Schornsteinfegerhandwerk die Energieeffizienz von Öl- und Gasheizkesseln mit einem Betriebsalter von über 15 Jahren. 1,8 Millionen Kessel haben bereits ein Energieeffizienzlabel vom Schornsteinfeger erhalten. Zurzeit wird ermittelt, wie viele Kessel im Anschluss an das Labeling ausgetauscht wurden.

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