Weniger Brandtote dank Rauchwarnmelderpflicht

Die aktuell publizierte „Sulzburger Studie zur Einführungspflicht von Rauchwarnmeldern“ belegt eindrucksvoll, dass die mittlerweile bereits in den meisten Bundesländern eingeführte Rauchwarnmelderpflicht dabei hilft, die Brandopferzahl zu reduzieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Hekatron und die Branddirektion Frankfurt am Main im Juli der Öffentlichkeit die Ergebnisse der Studie vor.

Mit dem ‚Q’ gekennzeichnete Rauchwarnmelder haben die weltweit härtesten Qualitätsprüfungen bestanden und stehen für maximale Alarmsicherheit im Brandfall. Bild: Zeppelin Universität/Bertram Rusch
Mit dem ‚Q’ gekennzeichnete Rauchwarnmelder haben die weltweit härtesten Qualitätsprüfungen bestanden und stehen für maximale Alarmsicherheit im Brandfall. Bild: Zeppelin Universität/Bertram Rusch

Wie wichtig es ist, den Wohnungsbestand in Deutschland flächendeckend mit Rauchwarnmeldern auszustatten, wird leider immer dann am deutlichsten, wenn Brandkatastrophen wie Anfang 2013 in Backnang Menschenleben fordern. Dass Rauchwarnmelder tatsächlich dabei helfen können, Menschenleben zu retten, und dass es deshalb erforderlich ist, ihre Installation zur Pflicht zu machen, weist Dr.-Ing. Sebastian Festag mit der jetzt erschienenen „Sulzburger Studie zur Einführungspflicht von Rauchwarnmeldern“ nach. „In allen Bundesländern, in denen Rauchwarnmelder verpflichtend eingeführt wurden, zeigt sich, dass die Brandopferzahlen gesunken sind. In einigen Bundesländern lassen sich sogar signifikante Verbesserungen in Bezug auf das Brandopferrisiko zwischen den Zeiträumen vor und nach der Einführungspflicht ermitteln“, erläuterte der Autor bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Sulzburger Studie im Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrum (BKRZ) der Feuerwehr Frankfurt am Main. „Darüber hinaus zeigt eine alle Bundesländer mit einer Einführungspflicht umfassende Analyse, dass die Einführung der Rauchwarnmelderpflicht eine statistisch signifikante risikoreduzierende Wirkung hat“.

Studienergebnisse bestätigen Erfahrungen aus der Praxis

Im Anschluss bestätigte Prof. Dipl.-Ing. Reinhard Ries, Direktor der Branddirektion Frankfurt/Main, aus Sicht der Praxis die Ergebnisse der Studie: „Wenn Rauchwarnmelder installiert sind, rettet dies aus mehreren Gründen Menschenleben“, betonte der Leiter der Frankfurter Feuerwehr. „Zum einen können die Menschen sich schneller in Sicherheit bringen, wenn ein Rauchwarnmelder sie im Brandfall unverzüglich gewarnt hat. Zum anderen wird auch die Zugriffszeit der Feuerwehr – von der Entstehung des Brandes bis zu ihrem Eintreffen am Einsatzort – durch Rauchwarnmelder erheblich verkürzt. Wir werden schneller alarmiert, sind schneller am Einsatzort und können dort Leben retten“.

Nur zuverlässige Melder gewährleisten Sicherheit

Die Sulzburger Studie ist auch eine Bestätigung für die Aktivitäten des Fachverbands Sicherheit im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI). Der Fachkreis Brandmeldesysteme des Verbands hatte sich bereits 1999 bei den für das Bauen zuständigen Ministern der Länder für eine gesetzliche Verankerung der Rauchwarnmelder in privaten Haushalten stark macht. Auf Initiative des ZVEI entstand anschließend das Forum Brandrauchprävention e. V., ein Zusammenschluss führender Dachverbände sowie Hersteller und Dienstleister aus der Sicherheitstechnikbranche, das entscheidend zum Durchbruch der Rauchwarnmelder beigetragen hat. „Die Ergebnisse der Sulzburger Studie zeigen, dass unsere Initiative richtig war“, hob Heinrich Herbster, Vorsitzender des Fachkreises Brandmeldesysteme und des Arbeitskreises Normen und Richtlinien im Fachverband Sicherheit des ZVEI hervor. „Wir begrüßen es, dass die gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht mittlerweile im Großteil aller Bundesländer eingeführt ist“, so Herbster. Unter anderem durch die Rauchwarnmelderpflicht bedingt, sei allerdings mittlerweile ein so großes Angebot von Meldern auf dem Markt, dass es selbst Fachleuten schwer falle, den Überblick zu behalten. Hier gelte es, die Spreu vom Weizen zu trennen. Heinrich Herbster: „Nur ein Produkt, das funktioniert, kann Sicherheit gewährleisten. Mit dem ‚Q‘ gekennzeichnete Rauchwarnmelder haben die weltweit härtesten Qualitätsprüfungen bestanden und stehen für maximale Alarmsicherheit im Brandfall und damit für höchste Qualität. Über die reine Produktebene hinaus sollten aber auch die Fachbetriebe, die die Rauchwarnmelder installieren, mit dem ‚Q‘ zertifiziert sein – ‚Q‘ und ‚Q‘ ist echte Sicherheit“.

 

 

Printer Friendly, PDF & Email
14.04.2026
Mehr als nur Sensorik
Ein professionalisiertes IoT stärkt Klimaresilienz und Energieeffizienz und hilft dabei, die Gebäudesicherheit datenbasiert zu verbessern
27.08.2026
FireAngel
FireAngel erweitert sein Produktportfolio um einen Funk-Rauchwarnmelder mit vollständiger Ferninspektion gemäß DIN 14676-1 Methode C.
07.11.2025
Bluebeam KI-Studie
Der frühe Vogel fängt den Wurm oder Wer früh startet, profitiert am stärksten von KI-Investitionen.
20.03.2026
Tatort Brandschutz
Der "Tatort" am 22. März rückt ein wichtiges Thema in den Fokus. DIvB und ABG Frankfurt Holding betonen jedoch, dass für Hochhäuser in Deutschland strenge rechtliche und technische Vorgaben gelten.
07.11.2025
Analyse zur GEG-Novelle
Die neue Publikation des VDMA Gebäudetechnik zeigt, dass die GEG-Novelle Energieeffizienz, Komfort, Gesundheit und Resilienz im Gebäudebetrieb sinnvoll zusammenführen kann – sofern Bewährtes gesichert...
08.10.2026
Verbändebrief
Ein breites Bündnis von 14 Verbänden warnt vor Streichung der allgemein anerkannten Regeln der Technik im Entwurf des Zweiten Hessischen Bürokratieabbaugesetzes (LT-Drs. 21/5220).