Zusatzheizungen verbrauchen mehr Energie

Wer eine zusätzliche Heizung – beispielsweise einen Kamin – im Eigenheim befeuert, benötigt zusätzliche Energie, wie eine Studie zeigt der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, die im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung entstanden ist. Um etwa 18 Prozent steigt der Energieverbrauch beim Heizen mit zusätzlichen Heizöfen.
 

Hausbesitzer sollten besser darüber informiert werden, wie sie die Zusatzheizungen effizient nutzen können. (Foto: co2online.de | Alois Müller)
Hausbesitzer sollten besser darüber informiert werden, wie sie die Zusatzheizungen effizient nutzen können. (Foto: co2online.de | Alois Müller)

Damit steigen letztlich nicht nur die Kosten für den Hauseigentümer. In Deutschland werden in Ein- und Zweifamilienhäusern jährlich rund 16,5 Milliarden Kilowattstunden Heizenergie verschwendet. Diese hohe Zahl ist vergleichbar mit dem Bedarf einer Metropole wie Hamburg. Für die Studie hat man rund 23.100 Daten von Ein- und Zweifamilienhäusern aus der co2online- Gebäudedatenbank ausgewertet, von denen hatten 3.800 Häuser eine Zusatzheizung. Zusätzlich wurden rund 1.600 Nutzer von Zusatzheizungen zum Thema befragt.

Wie gewonnen, so zerronnen

In Deutschland zählt man rund elf Millionen solcher Zusatzheizungen, die in Eigenheimen installiert sind. Sie decken im Schnitt etwa ein Drittel des häuslichen Wärmebedarfs ab und senken den Verbrauch der Hauptheizung um etwa ein Viertel durchschnittlich. „Aber es gibt einen Haken bei diesen Zusatzheizungen: Etwa 40 Prozent der eingesetzten Energie wird verschwendet. So gelangen unnötig viele Schadstoffe in die Luft, die Umwelt und Gesundheit der Menschen belasten“, erklärt Sebastian Metzger, Mitglied der Geschäftsleitung bei co2online. „Zusatzheizungen sparen zwar oft Erdgas und Heizöl. Aber dieser eigentlich positive Effekt fürs Klima verpufft weitgehend“.

Empfehlungen für Besitzer einer Zusatzheizung

Wer seine Zusatzheizung effizient nutzen möchte, muss sich informieren. Ineffiziente Öfen sollte man schnellstens austauschen. In Neubauten, die auf dem neustem Energiestandard sind, sollte man solche Zusatzheizungen gar nicht nutzen. Wer dennoch eine plant, sollte einen Energieberater in seine Planungen einbeziehen und auf den Rat des Experten hören.

Doch was sind die Ursachen für den erhöhten Verbrauch? Das Nutzverhalten und die Technik sind vor allem für die Energieverschwendung verantwortlich. Es wird einerseits viel zu viel zusätzlich geheizt. Auf der anderen Seite sind viele Zusatzheizungen weniger effizient als die eigentliche Heizung.

Kamine gelten vor allem als behaglich und steigern das eigene Wohlbefinden durch ihren romantischen Touch. So heizen Besitzer öfter, als eigentlich notwendig wäre. Dass dabei mehr Brennholz verbraucht wird, ist für die Besitzer meist nicht wichtig, weil es sich kaum auf deren Kosten auswirkt. Viele Kaminbesitzer verfeuern Holz aus dem eigenen Garten oder erhalten es kostengünstig von Nachbarn oder Bekannten.

Zusatzheizungen besitzen einen deutlich geringeren Wirkungsgrad als das Hauptheizsystem. Günstige Öfen aus Baumärkten sind weniger effizient als gemauerte Kachel- oder moderne Feueröfen mit Wasserführung. Die Größe spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle.  

5 Gründe laut Studie für eine Zusatzheizung:

  • 71 Prozent wünschen sich Komfort und Behaglichkeit durch hohe Raumtemperaturen.
  • 61 Prozent wollen den Verbrauch ihrer Hauptheizung senken.
  • 41 Prozent ist es wichtig, unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu sein.
  • 37 Prozent wollen einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, weil sie den nachwachsenden Rohstoff Holz verwenden.
  • 36 Prozent nutzen die Zusatzheizung, weil sie einfach an die notwendigen Brennstoffe gelangen.

Die Studie kann auf www.co2online.de/presse kostenlos heruntergeladen werden.
 

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