Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber auf dem Rückzug

Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber auf dem Rückzug

Eine Blitzumfrage des Verbands Beratender Ingenieure VBI ergab, dass die Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber offenbar zurückgeht. Die Ingenieur- und Architekturbüros können so fahrlässig in Schieflage gebracht werden. Zudem verändert sich auf Grund der Coronakrise die Auftragslage.

Auf dem Geld sitzen und abwarten. Quelle: Adobe Stock/Phil Daub
Quelle: Adobe Stock/Phil Daub

25 % der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Rechnungen für bereits erbrachte Leistungen nicht fristgerecht beglichen werden, bei 7 % wird gar nicht gezahlt. Die Begründungen reichen vom Homeoffice der Mitarbeiter bis zu staatlichen Hilfsprogrammen.

Auch die Auftragslage bei den Ingenieur- und Architekturbüros beginnt sich zu verändert. Kommunen und andere Auftraggeber wollen offenbar die weitere Entwicklung der Coronakrise abwarten, bevor sie neue Aufträge auslösen. So melden 45 % der Büros in der Blitzumfrage bereits einen Auftragsrückgang. Viele von ihnen befürchten außerdem, dass die Lage noch dramatischer werden dürfte. 

Dazu erklärt VBI-Präsident Jörg Thiele: „Die Auftragsbücher der meisten Ingenieur- und Architekturbüros sind noch voll, wie unsere Konjunkturumfrage erst im Februar ergab. Weniger neue Aufträge sind über einen kurzen Zeitraum verkraftbar, solange bereits laufende Projekte tatsächlich weitergeführt und offene Rechnungen pünktlich beglichen werden. Es kann nicht sein, dass Unternehmen in Schieflagen gebracht werden, weil einige Mitarbeiter in den Behörden nicht verantwortungsvoll handeln. Hier fordere ich im Namen aller Ingenieurbüros eine klare Ansage der politisch Verantwortlichen, dass Rechnungen rasch zu begleichen sind und Projekte unter Einhaltung der angeordneten Schutzmaßnamen weiter geführt werden.“

An der Online-Umfrage nahmen 105 Ingenieurbüros teil. Davon haben 43 % weniger als 10 Mitarbeiter, 32 % haben 10 bis 50 Mitarbeiter und 25 % mehr als 50 Mitarbeiter.

www.vbi.de