Stichprobe zu CO2-Bepreisung fürs Heizen

Stichprobe zu CO2-Bepreisung fürs Heizen

Gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista hat die TU Dortmund untersucht, welche Kosten auf die Haushalte durch eine CO2-Bepreisung auf Heizöl und Erdgas zukommen würden, wenn diese komplett an sie weitergegeben würde.

CO2-Bepreisung fürs Heizen
Berliner Mehrfamilienhaus (Symbolfoto: Brad Pict/stock.adobe.com)

Deutschland will mit einem neuen Klimaschutzprogramm seine Klimaziele bis zum Jahr 2030 erreichen. Als zentrales Element soll klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einen Preis bekommen und Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern. Die CO2-Bepreisung soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von 10 Euro pro Tonne CO2 starten. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen.

Höhere Kosten bei Ölheizung

Im Rahmen der Untersuchung wurden für die Stichprobe Daten von rund 65.000 Mehrfamilienhäusern in ganz Deutschland ausgewertet. Der Studie zufolge würden sich die Mehrkosten für eine Durchschnittswohnung von 71 qm in einem Mehrfamilienhaus, die mit Öl oder Gas beheizt wird, auf etwa 20 bis 68 Euro pro Jahr belaufen. Die Berechnung der Mehrkosten basiert auf den klimabereinigten Heizverbrauchsdaten für das Jahr 2018. Für die Rechnung wurden die insgesamt fünf Szenarien für einen Preis auf CO2 angenommen (10, 20, 25, 30, und 35) Euro pro Tonne).

Eine Ölheizung würde im Durchschnitt zu wesentlich höheren Kosten führen als eine Gasheizung. Beispielsweise liegen bei einem CO2-Preis in Höhe von 25 Euro pro Tonne die zusätzlichen jährlichen Kosten für die Durchschnittswohnung mit Ölheizung bei etwa 61 Euro. Das sind in diesem Fall 15 Euro mehr als bei einer Wohnung, die mit Gas beheizt wird (46 Euro).

Berlin nimmt im Bundesländervergleich die Spitzenposition ein. In der Hauptstadt müsste man für eine bundesdeutsche Durchschnittswohnung mit Gasheizung mit Mehrkosten zwischen knapp 22 und 77 Euro rechnen. Noch teurer wird es für Berliner, die ihre Wohnungen mit Öl heizen. Eine solche 71 qm-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Ölheizung müsste dort bei einem CO2-Preis von 10 Euro jährlich durchschnittlich über 28 Euro und bei einem Preis von 35 Euro über 99 Euro bezahlen.

Geld sparen durch energetische Sanierung

Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern, die mit Gas heizen, kämen hingegen am günstigsten weg. Hier liegen die Kosten über die fünf Preisszenarien hinweg zwischen rund 15 bis maximal 54 Euro. Im Vergleich der Top 7-Städte liegt Düsseldorf vorn. Auf die bundesweite Durchschnittswohnung mit Heizöl oder Erdgas würden dort Mehrkosten von etwa 22 bis 79 Euro entfallen. Am günstigsten wäre es im Städtevergleich in Stuttgart.

 „Im Osten wurde viel mehr saniert als im Westen. Davon profitieren die Mieter heute beim Heizen und bei den Kosten. Vor allem auch dann, wenn CO2 einen Preis bekommt. Auch nach der Sanierung gilt: Wichtig ist, auf den Verbrauch zu achten. Sonst könnte der Rebound-Effekt kommen. Das sagt man, wenn saniert wurde und deswegen keiner mehr auf das Energiesparen achtet. Wer richtig lüftet und heizt, profitiert von der Sanierung und spart“, sagt Thomas Zinnöcker, CEO von ista.