Steigende Nachfrage nach Sonnenhaus-Technik im Geschosswohnungsbau

Das Sonnenhaus-Institut e. V. verzeichnet einen Trend hin zu weitgehend solar beheizten Mehrfamilienhäusern sowie bei Einfamilienhäusern mehr Sonnenhaus-Konzepte mit Photovoltaik zur Wärmeversorgung. Dies teilte Christian Kerschl, Geschäftsführer des Sonnenhaus-Instituts, auf der Jahreshauptversammlung Ende November in Straubing mit.

In der Jahresstatistik des Sonnenhaus-Instituts ist der Anteil an weitgehend solar beheizten Mehrfamilienhäusern angestiegen, vor allem von Gebäuden mit vier und mehr Wohneinheiten. 
Das Foto zeigt ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus von Jenni Energietechnik. - Quelle: Jenni Energietechnik
In der Jahresstatistik des Sonnenhaus-Instituts ist der Anteil an weitgehend solar beheizten Mehrfamilienhäusern angestiegen, vor allem von Gebäuden mit vier und mehr Wohneinheiten. 
Das Foto zeigt ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus von Jenni Energietechnik. - Quelle: Jenni Energietechnik

Sonnenhäuser mit großen Solarthermie-Anlagen sind nach wie vor der häufigste Bautyp, zeigt die Jahresstatistik. Zusätzliche Photovoltaik-Anlagen zur Eigenversorgung mit Solarstrom entwickeln sich zum Standard. Darüber hinaus steigt die Zahl an Sonnenhäusern, bei denen eine Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einer solarstromgeregelten Wärmepumpe mindestens die Hälfte des Heizenergiebedarfs erzeugt. Ein solarer Deckungsgrad von mindestens 50 % bei der Energieerzeugung für die Raumheizung und das Warmwasser ist das Kriterium für Sonnenhäuser.
Die meisten der neu errichteten Sonnenhäuser sind auch weiterhin Einfamilienhäuser. Deutlich sichtbar ist jedoch, dass der Anteil an Mehrfamilienhäusern mit großen Solarheizungen steigt. Das betrifft vor allem Geschosswohnungsbauten mit vier und mehr Wohneinheiten. Rainer Körner, Geschäftsführer von KHB-Creativ Wohnbau in Heilbronn und zweiter Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts, stellte ein aktuelles Bauprojekt mit sechs Wohneinheiten vor. Das Gebäude mit KfW-Effizienzhaus-Standard 55 und einer Wohnfläche von 520 m2 soll zu 50 % solar beheizt werden. Mit Photovoltaik-Anlagen an den Balkonen können die Bewohner zudem Strom für den Haushalt und Elektromobilität erzeugen, um ihre Energiekosten noch weiter zu reduzieren.
Körner schilderte an diesem Beispiel die Wirtschaftlichkeit des Sonnenhaus-Konzepts bei größeren Gebäuden. Der Mehrpreis für die solare Energietechnik liegt bei etwa 48 €/m². Dafür sind die Nebenkosten deutlich niedriger als bei einer Wärmepumpe. Für eine Wohnung mit 3,5 Zimmern und 77 m² Wohnfläche in diesem Sonnenhaus errechnete er 134 € Energiekosten für Heizung und Warmwasser im Jahr. Bei einer Wärmepumpe wären es 458 €.
„Sonnenhaus-Heizungen werden als teurer betrachtet als sie sind, gleichzeitig ist das Einsparpotenzial durch die deutlich niedrigen Energiekosten noch viel zu wenig bekannt“, resümierte Körner.

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