Regenerative Energien für die Trinkwassererwärmung nutzen

Regenerative Energien für die Trinkwassererwärmung nutzen

Durch die Umstellung auf regenerative Trinkwassererwärmung lässt sich Kohlenstoffdioxid einsparen.

Regenerativer Strom kann über die Trinkwassererwärmung mit einer umweltschonenden Wärmepumpe gespeichert werden (Foto: iStock, piqhoto)

Im Haushalt beschränkt sich die Wärmeerzeugung im Sommer auf die Erwärmung von Trinkwasser. Viele Hausbesitzer haben in Solaranlagen investiert, die mit der Kraft der Sonne einen Großteil der für die Trinkwassererwärmung benötigten Energie klimaneutral zur Verfügung stellen. Jedoch sind solarthermische Lösungen nicht immer möglich. Als Alternative bieten sich Wärmepumpen an – altbewährt und einfach.

Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung lag vergangenes Jahr bereits bei 44 Prozent. Daher ist es naheliegend, die fossile auf eine elektrische Trinkwassererwärmung umzustellen. Es ist sinnvoll an abgelegenen Zapfstellen mit geringem Warmwasserbedarf, das Wasser rein elektrisch mit einem Untertischspeicher oder Kleindurchlauferhitzer zu erwärmen. So verzichtet man auf Zirkulationsleistungen mit permanenten Energieverlusten.

Zukunftsfähige Trinkwassererwärmung

In der Regel verwendet man bei höherem Warmwasserbedarf Speicherlösungen. Sie können so dimensioniert werden, dass der Stromverbrauch nicht zu Spitzenzeiten erfolgt. Es lässt sich bewusst so einstellen, dass der Verbrauch zu den Zeiten stattfindet, in denen vermehrt Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen bzw. bestehende Kraftwerkskapazitäten genutzt werden können. Besonders effizient erfolgt dies mit speziell für die Trinkwassererwärmung entwickelten Wärmepumpen, da der größte Teil der benötigen Energie der Umwelt entzogen wird.

Beispielsweise überhitzte oder zu feuchte Keller- und Hauswirtschaftsräume oder die Abluft aus Lüftungsanlagen dienen als Wärmequelle. Bereits heute ist ein Großteil der am Markt verfügbaren Warmwasser-Wärmepumpen bereit für das intelligente Stromnetz (Smart Grid). Wird mehr grüner Strom erzeugt, als aktuell von lokalen Netzen abgenommen werden kann, sind Produkte mit dem sogenannten SG Ready Label in der Lage über ein externes Signal, die Warmwassertemperatur zu erhöhen. Zudem ist auch die Versorgung der Warmwasser-Wärmepumpen über eine eigene Photovoltaik-Anlage mit Wechselrichter möglich. Dies kann der Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils dienen.

Politik muss handeln

„Die regenerative Erwärmung von Trinkwasser ist eine Maßnahme, die relativ unkompliziert und kostengünstig umzusetzen ist“, erklärt Jens Rammensee, Sprecher des Arbeitskreises Smart Grid beim Bundesverband Wärmepumpe e. V. „Seitens der Politik ist es jedoch erforderlich, Anreize für eine Umrüstung der Warmwasserversorgung zu gestalten. So sollte auch in Deutschland über eine Förderung der regenerativen Trinkwassererwärmung nachgedacht werden“, so Rammensee weiter.

Entscheidend im Rahmen der CO2-Bepreisungsdebatte sei es jedoch, die Stromsteuer zu senken oder zu streichen und die übrigen Umlagen der Energiewende, die zurzeit allein über die Stromkosten kompensiert werden, abhängig von der CO2-Emission gerecht auf die Energieträger zu verteilen.