Frohe Ostern!

Zum Gottesdienst im Warmen sitzen

In der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche im bayerischen Polling und in der evangelischen Kirche St. Martin im brandenburgischen Gröden spenden akkubetriebene Heizkissen in kalten Räumen körpernahe Wärme.

Mittelschiff der Heilig-Kreuz-Kirche Polling. Quelle: Moonich
Mittelschiff der Heilig-Kreuz-Kirche Polling. Quelle: Moonich

Wenn die Gemeindemitglieder in der Heilig-Kreuz-Kirche in Polling bei Weilheim zur sonntäglichen Messe zusammenkommen, greifen sie neuerdings nicht mehr nur nach dem Gebet- und Gesangbuch, dem Gotteslob, sie holen sich auch ein Heizkissen aus der Ladestation am Eingang. Bei Temperaturen um die 5 - 6 °C, die zur kalten Jahreszeit in der Kirche herrschen, genießen sie die Wärme an ihrem Sitzplatz.

Eine Heizung gab es in der denkmalgeschützten Klosterkirche, die im 15. Jahrhundert errichtet wurde, noch nie. Der Einbau ist auch nicht geplant. Zu groß wäre das Risiko, die wertvollen Gemälde und Statuen, den Stuck oder die Orgel durch die Baumaßnahmen und ein verändertes Raumklima zu beschädigen. So fiel die Entscheidung stattdessen auf ein akkubetriebenes Heizkissen.

Die Kirchenvorstände der Grödener St. Martin-Kirche hatten eine andere Motivation: Sie wollten von den hohen und immer weiter steigenden Stromkosten durch die Nachtspeicherheizung weg. Nach einem halben Jahr mit den akkubetriebenen Heizkissen können sie sich auf eine Heizkosteneinsparung von voraussichtlich mehreren Tausend Euro im Jahr freuen.

Schwierige Bedingungen zum Heizen

Kirchen stehen nicht in dem Ruf, dass es in ihnen angenehm warm ist. In den sakralen Gebäuden, wie sie bis vor wenigen Jahrzehnten noch gebaut wurden, arbeiten oft herkömmliche Luftheizungen. Doch bei den hohen Decken und schlecht gedämmten Wände und Dächer ist dies nicht die optimale Heizlösung. Zum einen steigt die warme Luft nach oben oder sie entweicht nach außen, zum anderen liegt der Heizenergiebedarf für die Räume mit ihrem großen Volumen extrem hoch. Dazu kommt, dass die Kirchenräume in der Regel nur wenige Stunden in der Woche genutzt werden. Dafür heizen? Noch dazu in einer Zeit, in der Energie- und Kostensparen hohe Priorität haben? Andererseits könnte eine kalte Kirche den einen oder die andere vom Gottesdienstbesuch abhalten, so dass dann doch die gemütliche Wohnung vorgezogen wird.

Vor diesem Dilemma stand auch der Kirchenvorstand der Heilig-Kreuz-Kirche. Die denkmalgeschützte ehemalige Stiftskirche des Pollinger Klosters ist bekannt dafür, dass sie drei Epochen vereint: das deutsche Hochmittelalter, Barock und Rokoko. Sie ist ein Anziehungsort im bayerischen Voralpenland.

Körpernahe Wärme statt Eiseskälte

Die sonntäglichen Messen in der Heilig-Kreuz-Kirche besuchen im Schnitt 50 bis 80 Personen, die viele Jahre der Kälte getrotzt haben. „Es ist wirklich sehr kalt in der Kirche“, sagt Kirchenpfleger Helmut Stork. Abhilfe war gefragt, zumal auch Gemeindemitglieder immer häufiger die Kälte beklagten.

„Der Einbau von Bankheizungen wäre vom Denkmalschutz her schwierig bis unmöglich gewesen“, erzählt Stork. Hierfür hätte der Boden aufgerissen werden müssen, zudem wären die baulichen Veränderungen eine Gefahr für die wertvolle Ausstattung gewesen. „Diese Schäden an der Kirche hätten wir nicht verantworten wollen“, so Stork. Eine einfache und erschwingliche Lösung war gefragt. Die fand die Kirchengemeinde mit den heatme Heizkissen von Moonich, die unter anderem speziell für Kirchen entwickelt wurden.

Seit dem Herbst 2020 nutzt die Gemeinde der Heilig-Kreuz-Kirche 50 Heizkissen. Das Bistum Augsburg übernahm 60 % der Kosten. 50 weitere Wärmekissen will die Kirchengemeinde noch anschaffen. Die Akkus der kabellosen Heizkissen werden in zwei Ladestationen am Eingang geladen. Wer möchte, kann für den Gottesdienst ein Wärmekissen mit an seinen Platz nehmen.

„Sehr angenehm“ ist von vielen zu hören und auch Pfarrer Martin Weber hält die Heizkissen für einen „großen Gewinn bei der Eiseskälte“. Helmut Stork schätzt die „einfach und leicht zu handhabende“ Lösung. „Es ist immer noch kalt in der Kirche, aber so haben wir ein Wärmegefühl und das ist eine große Verbesserung“, sagt er. Hohe Heizkosten brauchen seine Gemeinde auch nicht zu fürchten. Die integrierte Sensorautomatik schaltet die Heizfunktion nur ein, wenn jemand auf dem Kissen sitzt. Ein heatme-Heizkissen verbraucht bei ständigem Gebrauch nur 30 bis 40 Watt Strom in der Stunde. Das heißt, mit 40 Watt gerechnet, können acht Sitzplätze mit nur 320 Watt eine Stunde lang beheizt werden.

Heizkissen ersetzen Nachtspeicherheizung

Das ist ein Heizenergiebedarf, von dem die Gemeinde der evangelischen St. Martin-Kirche im südbrandenburgischen Gröden bis zum Herbst 2021 nur träumen konnte. Auch diese Kirche, die 1378 erstmals schriftlich erwähnt wurde, ist denkmalgeschützt. Besonders wertvoll ist der spätgotische Marienaltar. In der Kirche, die 2008/2009 umfassend saniert wurde, ist eine Nachtspeicherheizung in Betrieb.

„Bis zu 3.000 Euro im Jahr haben wir nur für die Heizung gezahlt“, sagt Sebastian Rick, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Für 2021 habe die Gemeinde 5.000 Euro für Strom nachzahlen müssen, was für eine kleine Gemeinde viel Geld ist. „Außerdem ist es für den Altar und andere Kunstgegenstände auch nicht gut, wenn häufig aufgeheizt wird und es sich dann schnell wieder abkühlt“, ergänzt Rick. Der Kirchenvorstand wollte eine günstige, stromsparende Heizlösung, die auch nicht den ganzen Raum aufheizt, sondern dort Wärme spendet, wo sie gewünscht wird: am Körper.

Seit dem Herbst 2021 stehen den Menschen, die zum Gottesdienst kommen, 48 kabellose Heizkissen zur Verfügung. 90 % der Kosten übernahm der Evangelische Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Für die Sonntagsgottesdienste reichen die 48 Kissen aus. Die Nachtspeicherheizung wird nur noch zu besonderen Gottesdiensten wie zu Erntedank und Weihnachten eingeschaltet. Das heißt, sie wird künftig nur noch wenige Stunden im Jahr laufen. „Die Heizkissen sind absolut positiv aufgenommen worden, auch von den älteren Gemeindemitgliedern“, sagt Rick zufrieden. Und auch die Stromrechnung dürfte sich drastisch reduzieren.

Produktdaten:

  • Mobiles kabelloses Akku-Heizkissen (heatme „Classic“)
  • Größe: 40 x 40 x 4,5 cm (normale Sitzplatzgröße)
  • Akkuleistung: 3.000 mAh
  • Integrierter Sensor für automatisches Ein- und Ausschalten beim Hinsetzen bzw. Aufstehen, dadurch Einsparung von Akku- und Wärmeleistung
  • Heizzeit: ca. 3 Stunden bei durchgängigem Betrieb. Durch den integrierten Sensor verlängert sich die Heizzeit bei nicht permanenter Nutzung.
  • Material des Bezugs: Polyacryl Outdoor-Stoff, lichtecht, UV-beständig (50+) und wasserabweisend; in der Waschmaschine waschbar bei Handwäsche-Gang
  • Ausführungen: Einzelplatz-Kissen, mit oder ohne Rückenteil, auch für Bänke und in Sonderanfertigungen erhältlich
  • Varianten: mobil mit innovativer Akku-Technologie oder fest installiert mit Stromverbindung
  • Erhältlich in 11 Farben: Gelb, Rot, Fuchsia / Pink, Dunkelblau, Hellblau, Dunkelgrün, Weiß, Sand, Taupe, Dunkelgrau, Schwarz
  • Individueller Druck möglich (z.B. Logo / Schriftzug / QR-Code)
  • Multiladestation (mit oder ohne Rollen) für bis zu 12 Heizkissen, die gleichzeitig und mit nur einem Stromanschluss geladen werden können;
  • Ausbau zu Stationen mit bis zu 36 Ladeplätzen  
  • Ladestationen und zusätzliche Akkus: extra
Printer Friendly, PDF & Email
04.09.2023
Studie
Eigentümerinnen der energetisch schlechtesten Gebäude können meist durch einfache und kostengünstige Maßnahmen oder die Nutzung einer Wärmepumpe die aktuell diskutierten Anforderungen der EU erfüllen
23.06.2023
Studie
Eine ifeu-Studie untersucht, wie das Konzept der Niedertemperaturheizungen Kommunen den Umstieg auf erneuerbare Nahwärme erleichtern kann.
08.03.2024
Zukunftsorientierte Weichenstellung
Die Kessel AG ändert ihre Rechtsform und richtet sich als Unternehmensgruppe international aus. Das bedeutet konkret: Die Kessel AG wird zur Kessel SE + Co. KG.
07.12.2023
Sektorkopplung
Forschende des KIT unterstützen Städte und Gemeinden dabei, die Sektorkopplung voranzutreiben, so können auch kleinste Verwaltungseinheiten wesentlich zur Umsetzung der Energiewende beitragen.
15.09.2023
Klimawandel und Extremwetter
Die weltweit zu beobachtenden Extremwetterereignisse werden künftig noch zunehmen. Rastatt ist eine der deutschen Städte, die sich aktiv an den Klimawandel anpassen.
28.02.2024
Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
Erstinformationen zum Einstieg in die Geothermie erhalten interessierte Kommunen oder Personen mit Hauseigentum künftig aus der Ampelkarte des Geothermischen Informationssystems GeotIS.