Umfrage

Weiter gute Konjunktur in der SHK-Branche

Die Haus- und Gebäudetechnikbranche startete deutlich besser ins neue Jahr als die Gesamtwirtschaft. Das zeigt das aktuelle SHK-Konjunkturbarometer zur Unternehmensentwicklung im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik.

Im 1. Quartal 2021 lag das Geschäftsklima der Haus- und Gebäudetechnikbranche laut SHK-Konjunkturbarometer erneut auf hohem Niveau. Das Geschäftsklima im gesamten Wirtschaftsbereich lag im 1. Quartal mit über dem Niveau der vergangenen Quartale. Somit ist die SHK-Branche deutlich besser in das Jahr 2021 gestartet als die deutsche Gesamtwirtschaft.

Bereits im Verlauf des Jahres 2020 lag das Geschäftsklima der Branche klar über dem ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft. Dieser Positivtrend setzt sich weiter fort. Zu dem Ergebnis kommt das aktuelle von VdZ und VdZ quartalsweise veröffentlichte SHK-Konjunkturbarometer. Dieses bildet die Gesamtlage der Branche ab und gibt Auskunft über die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten für die aktuelle Geschäftslage des 1. Quartals 2021 lag bei + 42 auf der Skala von -100 bis +100. Die befragten Unternehmen sehen optimistisch auf das neue Quartal. Ihre Erwartungen lagen bei + 22 und damit über den Erwartungen des gesamten letzten Jahres.

Treiber des anhaltenden Aufwärtstrends 

Einer der Hauptgründe für die gute Lage und die optimistischen Erwartungen der Branche lag in der starken Inlandsnachfrage bei Bestandsmaßnahmen. Primärer Treiber der Wohnbauinvestitionen war dabei der Sanierungsmarkt. Der positive Trend bei den Bestandsmaßnahmen wird laut B+L-Prognosen bis zum Jahr 2023 anhalten. Die Entwicklung im Neubau ist deutlich schwächer und wird nach B+L ab 2023 rückläufig sein. Ein weiterer Haupttreiber des aktuellen Aufwärtstrends sind die staatlichen Förderungen.

Das Auslandsgeschäftsklima für den Gesamtbereich Haus- und Gebäudetechnik befand erstmalig seit Beginn der COVID-19-Pandemie wieder im positiven Bereich. Die die Konjunktur für das Auslandsgeschäft wurde zwar weiterhin schlechter bewertet als das Inlandsgeschäft. Die positive Entwicklung der Einschätzungen ist allerdings ein wichtiges Signal für die Industrie im Wirtschaftsbereich.

Branchenerwartungen im Überblick

Die Erwartungen zum Jahresanfang innerhalb der SHK-Branche übertrafen die Erwartungen des Jahres 2020 deutlich. Innerhalb aller drei Branchenbereiche Industrie, Großhandel und installierende Unternehmen ist das Geschäftsklima positiv bis sehr positiv. Im Großhandel und in den installierenden Unternehmen wird das Geschäftsklima etwas besser bewertet als in der Industrie.

Industrie

Das Geschäftsklima in der Industrie lag im 1. Quartal 2021 für den Gesamtbereich bei + 32 und damit über der Bewertung des Geschäftsklima des 4. Quartal 2020. Die Geschäftserwartung für das kommende 2. Quartal haben sich verbessert. Der aktuelle Auftragsbestand befindet jedoch unter dem Niveau des Vorquartals, jedoch weiterhin im positiven Bereich.

Großhandel

Mit + 50 lag das Geschäftsklima im Bereich Großhandel auch im 1. Quartal 2021 deutlich im positiven Bereich. Die aktuelle Geschäftslage wird mit + 75 sehr positiv bewertet. Der Ausstellungsbereich hat sich im 1. Quartal 2021 ebenfalls positiv entwickelt. Allerdings fiel er etwas hinter das Niveau des 4. Quartals 2020 zurück. Die Geschäftserwartungen im Großhandel sind für das nächste Quartal aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der 3. Welle der COVID-19 Pandemie leicht zurückgegangen.

Installierende Unternehmen

Auch im 1. Quartal 2021 bewerten die installierenden Unternehmen die aktuelle Geschäftslage wie die Erwartungen an die künftige Geschäftslage klar positiv. Das Geschäftsklima lag hier bei + 47 und somit auf ähnlich hohem Niveau wie im Großhandel. Der durchschnittliche Auftragsbestand der befragten Unternehmen liegt mit derzeit 14,5 Wochen auf einem sehr hohen Niveau.

Produktbereiche im Vergleich

Der leichte Abwärtstrend im Bereich Heizung des 4. Quartals 2020 konnte gestoppt und in einen Aufwärtstrend umgewandelt werden. Das Geschäftsklima im Bereich Heizung liegt nun wieder auf etwas höherem Niveau als die Bereiche Sanitär und Lüftung / Klima. „Die SHK-Branche und hier besonders das Segment Heizung sind sehr stark ins Jahr 2021 gestartet. Und dass trotz nunmehr einem Jahr Pandemie. Die Erwartungen bleiben auch unter dem Eindruck der 3. Welle der COVID-19-Pandemie, die in vielen europäischen Märkten für negative Auswirkungen sorgt, für das 2. Quartal positiv. Wir brauchen starke Branchen wie die Gebäudetechnik, um die wirtschaftlichen Herausforderungen nach der Pandemie zu meistern,“ sagt Kerstin Vogt, Geschäftsführerin VdZ.

Der Bereich Sanitär setzt seinen Aufwärtstrend der zurückliegenden Quartale fort. Wenn auch im Vergleich zum starken 4. Quartal 2020 etwas verhaltener. „Die Wachstumstreiber des Sanitärmarktes, die Nutzung des Pandemie-Lockdowns für häusliche Sanierungsprojekte, der Trend zu mehr Komfort und Design im Bad und zu Barrierefreien Bädern, bestimmen auch den Jahresanfang 2021. Aus unserer Sicht tragen die Letzteren dabei – unabhängig von den besonderen Corona-Bedingungen – generell zu einer noch lange andauernden positiven Entwicklung des Badgeschäftes bei“, sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer VDS.

Der Bereich Lüftung / Klima hat sich seit dem 3. Quartal 2020 sukzessive wieder erholt. Dennoch zeigt sich auch im 1. Quartal 2021 ein unterschiedliches Niveau zwischen Heizung und Sanitär einerseits und Lüftung / Klima andererseits.

Zum SHK-Konjunkturbarometer

Das SHK-Konjunkturbarometer wird vier Mal pro Jahr im Auftrag von VdZ und VDS von der B+L Marktdaten GmbH erstellt und quartalsweise veröffentlicht.

Die Datengrundlage des SHK-Konjunkturbarometers setzt sich zusammen aus Primärerhebungen (Onlinebefragung und Telefoninterviews) sowie aus Primärdaten des Konjunkturpanel des ZVSHK. Zusätzlich fließen ausgewählte Indikatoren zur Bauwirtschaft und zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in den Bericht ein. Die Einschätzung der Unternehmen wird in Form von Salden dargestellt. Salden stellen die Differenz der positiven und negativen Antworten auf einer Skala von - 100 bis + 100 dar.

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