Neue Heizung, mehr Klimaschutz

Neue Heizung, mehr Klimaschutz

Die Heizung verursacht am meisten CO2, denn das Heizen in der kalten Jahreszeit erfordert die meiste Energie. Nach etwa 15 bis 20 Jahren erreichen sie das Ende ihrer Lebensdauer, denn sie sind technisch veraltet. Wechselt man die Heizungsanlage, lassen sich in fast allen Fällen Energie und langfristig Kosten sparen. Etwa zwei Drittel der Heizkessel nutzen keine Brennwerttechnik. Sie sind nicht auf dem Stand der Technik.

Einem Heizgerät, ob alt oder neu, sieht man nicht an, wie (in)effizient es arbeitet. (Foto: www.co2online.de/Alois Müller)
Einem Heizgerät, ob alt oder neu, sieht man nicht an, wie (in)effizient es arbeitet. (Foto: www.co2online.de/Alois Müller)

Ob die heimische Heizung effizient ist oder nicht, sieht man ihr selten an, denn die Wenigsten haben noch einen Ofen zu Hause. Der Schornsteinfeger misst zwar regelmäßig den Feuerungsgrad, aber auch der liefert keine verlässliche Aussage über die Effizienz. Seit 2016 werden alte Gas- und Öl-Heizkessel im Gebäudebestand mit einer Energieverbrauchskennzeichnung gekennzeichnet. Wer einen Heizkessel der Klasse C oder D im Haushalt hat, sollte diesen erneuern.

Individuelle Energieberatung

Internet-Ratgeber helfen, den Energieverbrauch des Hauses einzuschätzen. Mittels eines Online-Rechners kann man die Effizienzklasse ermitteln, wenn Ihr Heizkessel noch kein Etikett erhalten hat. HeizCheck des Umweltbundesamtes schätzt mit wenigen Angaben online ein, wie viel Energie sie sparen könnten. Der ModernisierungsCheck ermittelt die Wirtschaftlichkeit bei Erneuerung einer Heizung.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bietet für Handwerker kostenlose Energie-Checks im Rahmen der Kampagne "Haus sanieren – profitieren" an. Darin enthalten sind ein etwa 30-minütiger Rundgang durchs Haus und eine ausführliche Energieberatung. Eine individuelle Energieberatung ist für ein optimales Maßnahmepaket unerlässlich. Der Tausch einer Heizungsanlage wird beispielsweise durch Programm wie Programm "Energieeffizient Sanieren" und das "Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien" vielseitig gefördert. Des Weiteren gibt es zahlreiche – teils regionale – Förderprogramme, die sich durch eine kurze Online-Recherche ermitteln lassen.

Erdwärmepumpen besitzen großes Potential

Zur CO2-Emissionssenkung müssen langfristig die Heizsysteme in Deutschland auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Ölheizungen emittieren am meisten und sollten zuerst ausgetauscht werden. Mittelfristig wird man auch die Gasheizungen austauschen. Solarthermie nutzt die Sonnenstrahlung, um Wohnräume zu heizen oder Trinkwasser zu erwärmen. Holz sollte effizient und emissionsarm eingesetzt werden, z. B. in Form von Holzpellets aus Industrieabfall. Erdwärmepumpen besitzen das größte Potential, sind klimafreundliche Heizungsanlagen und überzeugen mit der Energieeffizienzklasse ab A+ bis hin zu A+++.

Bei einem Wechsel des Systems müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Heizung als Gesamtsystem: Damit eine Heizung möglichst effizient funktioniert, muss das ganze System optimal eingestellt und aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Thermostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Eine solche "Heizungsoptimierung" lohnt sich auch bei bestehenden Heizkesseln. Nur unter dieser Voraussetzung arbeiten Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb (d.h. der Wasserdampf im Abgas wird abgekühlt und fällt als Kondensat an). Auch bei Wärmepumpen und Solaranlagen ist ein effizienter Betrieb kein Selbstläufer. Beauftragen Sie deshalb beim Heizungstausch eine "Heizungsoptimierung", damit sich die erwartete Energieeinsparung auch tatsächlich einstellt. Fragen Sie Ihren Heizungsinstallateur danach!
  • "Am Ball bleiben" – Monitoring: Wer in eine neue Heizung investiert, erwartet Einsparungen an Energie und an Heizkosten, damit sich die Investition auch rechnet. Ob sich diese Einsparungen auch tatsächlich einstellen, sollten Sie kontrollieren, indem Sie regelmäßig den Verbrauch der Heizung überwachen. Ein einfaches Hilfsmittel dafür ist zum Beispiel das kostenlose Energiesparkonto.
  • An das ganze Haus denken: Eine Heizung kann nur so effizient arbeiten, wie es das zu beheizende Haus ermöglicht. Schon kleine Maßnahmen   wie die Dämmung der obersten Geschossdecke sparen Energie und rechnen sich schnell. Lassen Sie sich beraten, wie Sie ihr Haus sanieren können, entweder auf einmal zum Effizienzhaus oder schrittweise mit dem "individuellen Sanierungsfahrplan". Sowohl die Beratung als auch die Sanierungsmaßnahmen werden staatlich gefördert.