Künstliche Intelligenz als Chance für Energiewende

Künstliche Intelligenz als Chance für Energiewende

Den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) sehen viele deutsche Energieunternehmen als große Chance, mit moderner Technologie die Energiewende positiv zu beeinflussen, wie eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigt.

(Bild: Shutterstock)

Im Auftrag der dena hat das Marktforschungsinstitut Mindline Energy im April und Mai 2019 insgesamt 250 Führungskräfte aus Unternehmen der Energiewirtschaft aus ganz Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich die Branche noch ganz am Anfang befindet. Vor allem fehlt das Wissen über KI-Technologien, Geschäftsmodelle und Anwendungsmöglichkeiten, ergab die Analyse der Befragung.

„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für die integrierte Energiewende und bietet enormes Innovationspotenzial für die Wirtschaft“, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Es lohnt sich, die weitere Entwicklung jetzt zügig voranzutreiben. Fortschritt braucht eine Richtung. Der Fokus bei der weiteren Debatte über die Nutzung von KI sollte daher auf konkreten Anwendungsfällen liegen. Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive für IT-Fachkräfte im Energiesektor. Außerdem können Netzwerke und Partnerschaften zwischen etablierten Akteuren und Start-ups die Verbreitung von KI in der Energiebranche beschleunigen."

Potenzial bekannt, doch noch nicht ausgeschöpft

Die größte Bedeutung wird dem Zusammenwachsen der Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr zugesprochen. 82 Prozent der befragten Führungskräfte sind davon überzeugt, dass die KI in der Optimierung des Energiesystems eine große Rolle spielen wird. Bei Anlagen, die durch erneuerbare Energien gespeist werden, sind durch die KI-gestützte Analyse von Wetter- und Sensordaten genauere Prognosen möglich. Dadurch erhöht sich die Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Smart City, Mobilität und Energieeffizienz werden nach Ansicht der Umfrageteilnehmer ebenso von KI-Anwendungen profitieren.

Das Potenzial von KI für den Energiebereich ist den Unternehmen bekannt. Dennoch verfügt aktuell nur etwa jedes achte (13 Prozent) über eine KI-Strategie. Nur sieben Prozent hat bereits in KI investiert und nur sechs Prozent planen in naher Zukunft Investitionen. Mangelndes Wissen über KI ist der Grund, weshalb man sich bisher nicht für den Einsatz Künstlicher Intelligenz bisher entschieden hat. Nur 17 Prozent der Unternehmen sind laut Umfrage gut zu KI-Themen informiert. Etwa ein Drittel (36 Prozent) ist aktiv an dem Thema dran. Künftig wollen offenbar viele Energieunternehmen das Thema in Zukunft verstärkt angehen. Etwa 35 Prozent der befragen Entscheidungsträger plant, KI in den nächsten fünf Jahren einzusetzen.