Vorwandsystem für spezielle Sanierungsanforderungen

Der angestammte Firmensitz von Leica Microsystems im Herzen von Wetzlar (Hessen) wird in Teilbereichen sukzessive modernisiert. Um die Beeinträchtigungen im laufenden Betrieb so gering wie möglich zu halten, kommt für die neuen Sanitärräume das neue Vorwandsystem „Prevista“ von Viega zum Einsatz. „Damit können wir überaus flexibel auf die baulichen Gegebenheiten reagieren“, so Stefan Engel als verantwortlicher Haustechniker.

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Die Architektur der Leitz-Werke ist in Wetzlar Stadtbild prägend – und war schon so flexibel angelegt, dass sie bis heute jeder Nutzungsänderung folgen kann. Bild: Viega
Die Architektur der Leitz-Werke ist in Wetzlar Stadtbild prägend – und war schon so flexibel angelegt, dass sie bis heute jeder Nutzungsänderung folgen kann. Bild: Viega

Der architektonisch überaus bemerkenswerte, als Industriedenkmal geführte Gebäudekomplex von Leica Microsystems in Wetzlar ist unübersehbar. Schlank und elegant erstreckt sich der zehngeschossige Bau aus drei anbindenden Hochhäusern als Gebäuderiegel entlang der Ernst-Leitz-Straße: Industriearchitektur aus vergangenen Jahrzehnten, die in ihrer zurückhaltenden und vielleicht gerade deswegen so zeitlosen Gestaltung noch heute als Vorbild für flexibel nutzbare Zweckbauten dienen kann.

Wie variabel diese Gebäude sind, haben sie in den zurückliegenden Dekaden schon mehrfach unter Beweis gestellt – und tun es jetzt in den Obergeschossen wieder. Dort werden derzeit u. a. ehemalige Büro- und Lagerräume zu Besprechungsräumen mit entsprechend angegliederten Sanitäranlagen umgebaut.

Andreas Heinrich, Leiter des Facility Managements und verantwortlich für die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen: „2005 ist Leica Microsystems von der US-amerikanischen Danaher Corporation gekauft worden. In der Folge hat eine neue Unternehmenskultur Einzug gehalten, die von Zielorientierung und Effizienz, vor allem aber von einem sehr intensiven Austausch über alle Unternehmen der Gruppe hinweg geprägt ist. Dafür benötigen wir zusätzliche Räumlichkeiten.“

Innovation und Flexibilität entscheidend

Den Ausbau moderner Sanitärräume mit einem Vorwandsystem von Viega umzusetzen, war für die Haustechniker um SHK-Meister Stefan Engel dabei schon von Anfang an gesetzt: „Aufgrund der wechselnden Nutzung sind am Standort immer wieder Um- und Erweiterungsbauten notwendig. Der Viega-Systemverbund sorgt dafür, dass diese Arbeiten ohne Schnittstellenprobleme nicht nur schnell und wirtschaftlich, sondern dank der SC-Contur beispielweise mit den Rohrleitungssystemen ‚Profipress‘ und ‚Sanpress Inox‘ sowie bisher den Vorwandelementen ‚Viega Swift‘ sicher umgesetzt werden können.“

Das im vergangenen Jahr in den Markt eingeführte Vorwandsystem „Prevista“ habe die jüngsten Umbaumaßnahmen aber vor allem in Sachen Installationsfreundlichkeit nochmals deutlich vereinfacht, so Engel: „Bekanntermaßen gibt es in Bestandsobjekten kaum einen rechten Winkel. Außerdem sind die Stichmaße selbst in nebeneinanderliegenden, eigentlich identischen Räumlichkeiten immer unterschiedlich. Mit dem Schienensystem ,Prevista Dry Plus‘ und den genauso flexibel konstruierten Elementen und Modulen für Waschtische, WCs und Urinale spielt das alles aber keine Rolle mehr.“ Stattdessen wurden, je nach Ausgestaltung der Sanitärräume, entweder die Montageschienen vor Ort passgenau abgelängt und dann die Viega-Vorwandmodule gesetzt. Oder die Trockenbauer sahen für deckenhohe Kon-struktionen ein Ständerwerk aus U-Profilen vor – und die „Prevista“-Elemente wurden einfach darin integriert.

„So oder so“, schildert Haustechniker Björn Heep seine ersten Erfahrungen mit dem neuen Viega-Vorwandsystem, „war die Montage aber fast schon mustergültig einfach. Und zwar zum einen durch die Verstellmöglichkeiten in der Horizontalen wie in der Vertikalen, also bei der Befestigung an der Wand. Zum anderen aber vor allem durch das Farbkonzept, mit dem Viega die neuen Vorwandmodule ausgestattet hat. Da sieht man auf den ersten Blick, wo etwas von Hand einzustellen oder zu fixieren ist. Das ist ein echter Praxisnutzen.“

Hinzu kommen konstruktive Details wie Einstellhebel, durch die die Vorwandmodule mit einem Handgriff werkzeuglos fixiert sind. „Gerade in Zeiten des Facharbeitermangels sind dies alles Produktdetails, die für einen schnellen Baufortschritt ohne Montagefehler sorgen“, so Heep. Das passt interessanterweise wieder perfekt zu einer zentralen Unternehmensphilosophie, die als „Kaizen“ von den über 60.000 Mitarbeitern der Danaher Corporation rund um den Globus aktiv gelebt wird, so Andreas Heinrich: „Das methodische Streben nach kontinuierlicher und unendlicher Verbesserung ist mitentscheidend für die führende Position, die Leica Microsystems speziell in den Hightech-Präzisionsmikroskopie-Produkten für die Analyse von Mikrostrukturen innehat. Entwickelt und vermarktet werden diese Lösungen mit dem Anwender für den Anwender. Insofern geht hier sogar die Ausstattung unserer Räume deutlich über den rein funktionalen Aspekt hinaus und steht fast schon exemplarisch für den ausgeprägten Entwicklergeist, den wir hier bei Leica auch 170 Jahre nach Unternehmensgründung weiter zu pflegen wissen.“

Eine Information der Viega Deutschland GmbH & Co. KG, Attendorn

Siehe Firmenprofil

„Prevista” – mit Fachhandwerkern entwickelt

 

 

Viega entwickelte das neue Vorwandsystem „Prevista“ in enger Zusammenarbeit mit Fachhandwerkern. Das Ergebnis ist ein modular aufgebautes System, das dank der Plattformstrategie mit nur drei Produktlinien alle gängigen Einbausituationen abdeckt: „Dry“ und „Dry Plus“ für den Trockenbau sowie „Pure“ für den Nassbau.

Entsprechend reduziert ist die Zahl der benötigten Installationskomponenten. Das vereinfacht die Lagerhaltung genauso wie die Montage auf der Baustelle. „Prevista“ umfasst für den Trockenbau Vorwandelemente für WC, Waschtisch, Urinal und Bidet. Hinzu kommen vom Nutzer in der Höhe verstellbare WC- und Waschtischelemente. Zur individuellen Badgestaltung ist die „Dry Plus“-Montageschiene erhältlich. Für den Nassbau genügen vier entsprechend vorkonfektionierte Installationsblöcke für WC, Waschtisch, Urinal und Bidet.In allen „Viega Prevista“-Elementen mit der Standardhöhe 1.120 mm kommen identische Spülkästen zum Einsatz. Die Spültechnik ist dabei immer gleich – unabhängig von Bauhöhe und -tiefe. Das erleichtert nicht nur die Montage auf der Baustelle, sondern bietet bis zur Feininstallation die Freiheit bei der Auswahl der bevorzugten Betätigungsplatte. Alle Viega-Betätigungsplatten sind mit allen „Viega Prevista“-Spülkästen kombinierbar und auch nachträglich austauschbar.

Die gewünschte Spülmenge lässt sich ganz einfach am Ablaufventil einstellen, der optimale Spülstrom an einer patentierten Spülstromdrossel. Damit passt die Spülung des „Prevista“-Spülkastens problemlos auf die unterschiedlichsten, auch randlosen WC-Keramiken. Zudem sind die auch in der Höhe verstellbaren WC-Elemente bereits für den Anschluss moderner Dusch-WCs vorbereitet, für die es passende Sets gibt.

Redaktion (allg.)

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Seite 126 bis 127
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