Freizeitsport in Trampolinhalle mit effizienter Deckenstrahlheizung

Action, Spaß und Training – all das ist in der Trampolinhalle UpSprung in Osnabrück zu finden. Die optimale Temperierung gelingt durch eine Deckenstrahlheizung der RMBH GmbH aus Herrieden. Sie erwärmt die Sitzplatzbereiche.

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Sport und Spaß bietet die Trampolinhalle UpSprung in Osnabrück. Bild: UpSprung, Osnabrück
Sport und Spaß bietet die Trampolinhalle UpSprung in Osnabrück. Bild: UpSprung, Osnabrück

Umgebaut zur Eventlocation

Was aus einer alten Lagerhalle werden kann, zeigt die Trampolinhalle UpSprung. 2018/2019 wurde das 1991 errichtete Gebäude zu einem attraktiven Sportpark mit zahlreichen Trampolinvarianten ausgebaut, die von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für Sport und Spiel genutzt werden.

Fröhliche Farben an der Fassade der Trampolinhalle UpSprung Bild: RMBH GmbH, Herrieden

Die Halle weist eine zu beheizende Gesamtfläche von ca. 3.600 m² auf und ist im Durchschnitt 8 m hoch. In einem Abschnitt der Halle befindet sich eine Empore mit Blick auf die Sprungzonen. Dort ist ein Teil der Gastronomie untergebracht, der zweite Bereich befindet sich im Erdgeschoss unterhalb der Empore. Der Umbau wurde von flatauarchitekten PartGmbH aus Osnabrück konzipiert. Das Ingenieurbüro Pro-Energie aus Hasbergen zeichnete für die Fachplanung Heizung, Lüftung und Sanitär verantwortlich.

Die Wärme wird per Zweier-Kaskade erzeugt, die zusammen mit einem Pufferspeicher in der Heizzentrale steht. Der Speicher verfügt über eine nachgeschaltete Frischwasserstation und eine Unterverteilung. Der Reserveabgang des vorhandenen Verteilers wird für die Unterverteilung genutzt.

Wärme von oben

In der Trampolinhalle eine effiziente Wärmeverteilung zu realisieren, war nicht ganz einfach. Ein Großteil der Fläche wird von den verschiedenen Sprungzonen belegt. Hier wurden die Umluftheizgeräte weiter genutzt. Außerdem war zu berücksichtigen, dass Menschen in Bewegung selbst Wärme erzeugen. Mit einer guten Balance sollte demnach weder zu stark noch zu schwach erwärmt werden. Die Lösung fand das Ingenieurbüro in Form einer Deckenstrahlheizung für die Zonen der Gastronomie und des Empfangs. Solche wasserdurchströmten Elemente werden in der gewünschten Höhe unterhalb der Decke befestigt. Ihre Strahlungswärme empfinden Menschen als ausgesprochen angenehm, denn nicht die Luft wird erwärmt, sondern die Umgebungsflächen. Dadurch kann die Temperatur um bis zu 4 K gesenkt und damit massiv Energie eingespart werden. Die schnelle Reaktionszeit des Systems hilft, die voreingestellte Temperatur von 20 °C in den gewünschten Zonen konstant zu halten.

Zur Wärmeverteilung

In der Trampolinhalle gibt es mehrere Arten der Wärmebereitstellung, die über fünf Heizkreise erfolgt. Ein Heizkreis für die Flachheizelemente bedient die Sanitär- und Seminarräume. Für die beiden Sportbereiche mit jeweils 1.600 m² sind zwei Heizkreise installiert. Sie versorgen die Umluftheizgeräte, die aus dem Bestand übernommen wurden. Zwei weitere Heizkreise wurden für die Deckenstrahlplatten vorgesehen. Diese finden sich vor allem im Gastronomiebereich, am Empfang und im Eingangsbereich. Als Heizleistung für die Deckenstrahlheizung wurden 21,37 kW veranschlagt, die sich in 8,73 kW für das Erdgeschoss und 12,64 kW für das Obergeschoss teilen.

Der Blick Richtung Dach zeigt die Konstruktion mit der eingebauten Empore. Bild: UpSprung, Osnabrück

Die Deckenstrahlplatten gewährleisten in den Räumen, in denen man sich nicht bewegt, eine angenehme Temperatur, ähnlich einer separaten Arbeitsplatzbeheizung in großen Lagerhallen mit niedriger Raumtemperaturanforderung. Sämtliche Heizungstechnik wurde von Kuhr Haustechnik aus Hilter installiert. In Sachen Deckenstrahlheizung unterstützte die RMBH GmbH aus Herrieden unter anderem durch Beratung und Vorentwürfe.

Modell KSP Classic

Installiert wurden die Deckenstrahlplatten in der Ausführung KSP Classic. Diese Elemente werden in verschiedenen Längen und Breiten gefertigt. Damit ist eine Auswahl anhand der Wärmeleistungswerte sowie des Betriebsgewichts möglich. Letzteres kann eine Rolle spielen, wenn die vorhandene Decke statische Einschränkungen vorgibt. In der Trampolinhalle wählte der Fachplaner für das Erdgeschoss Platten in 0,45 m Breite und den Längen 3,0/4,0/6,0 m. Als Wärmeleistung werden bei der Baulänge von 3,0 m 394 Watt/Stück angegeben, das Betriebsgewicht pro Element beträgt ca. 23,7 kg. Für die Empore wurden vier 900 mm breite Strahlbänder installiert, drei mit 15,0 m und eines mit 13,0 m Länge. Sie setzen sich jeweils aus drei miteinander verbundenen Deckenstrahlplatten zusammen. Die Höhe der Platten beträgt in allen Ausführungen 50 mm.

Vier Deckenstrahlbänder aus KSP classic liefern die Wärme für die Empore. Bild: UpSprung, Osnabrück

Die Elemente sind wie folgt aufgebaut: Das wasserführende Stahlregisterrohr in 28 × 1,5 mm wird kraftschlüssig in Aluminiumblech eingearbeitet. Durch die Wärmeleitblechstreifen erfolgt der optimale Wärmeübergang auf die Strahlfläche, Längenausdehnungen bei Erwärmung können spannungsfrei kompensiert werden. Zur Dämmung oberhalb der Platte wird werkseitig 40 mm dicke Mineralwolle in reißfester Alukaschierung eingesetzt. Die Registerkopfstücke sind bereits ab Werk an die Platten geschweißt. Sie ermöglichen sowohl einen seriellen als auch einen parallelen Anschluss. In der Trampolinhalle wurde ein serieller Anschluss umgesetzt.

Auch gestalterisch fügen sich die Elemente mit ihrer Farbe in RAL 9016 (Verkehrsweiß) in die Hallenstruktur ein. Alle KSP-Deckenstahlplatten sind nach DIN EN 14037-1, DIN EN 14037-2 und DIN EN 14037-3 zertifiziert. Darüber hinaus wurde eine Keymark-Zertifizierung über DIN CERTCO durchgeführt.

Die Montage

Als Ausgangswerte waren 55/40 °C für Vor- und Rücklauf sowie eine Raumtemperatur von 20 °C festgelegt. Aus den vorhandenen Daten wurde die Platzierung der Deckenstrahlplatten und der Strahlbänder ermittelt sowie die erforderlichen Aufhängepunkte definiert. Alle Elemente sollten sich nach der Befestigung mit den Spezialdrahtseilabhängungen auf einer Höhe befinden. Die Vorgabe lautete hier 3,30 m über dem Fußboden im Erdgeschoss (im Bereich der Empore), so dass eine nahezu flächenbündige Installation entstand. Die 450 mm schmalen Deckenstrahlplatten fügen sich in die Holzkonstruktion der Empore ein, die aus Leimholzbalken aufgebaut wurde. In der weiteren Halle galt eine Höhe von 7,00 m, gemessen vom Boden. An der Hallendecke wurden die Abhängungen am Trapezblech befestigt.

Ein Teil des Bistrobereichs im Erdgeschoss, der durch eine Holzkonstruktion geprägt ist, inklusive Deckenstrahlplatten KSP classic. Bild: UpSprung, Osnabrück

Die Deckenstrahlplatten und Bänder wurden mit flexiblen Ringwellschläuchen in DN 20 angebunden. Zudem wurden Strangregulierventile und Kugelhähne installiert. Die einzelnen Elemente der Strahlbänder wurden mit Pressfittings für eine form- und längskraftschlüssige Verbindung kombiniert. Die Verbindungsstellen waren anschließend mit vorgefertigten Pressformblenden zu verkleiden. Des Weiteren wurden Registersammler-Verkleidungen in der Breite der Platten montiert. Für die gesamte Montage setzte Kuhr Haustechnik ein Roll- und Hebegerüst ein. Zum Abschluss erfolgte jeweils für die Teillängen die Druckprobe mit einem Prüfdruck von 10 bar.

Positives Fazit

Insgesamt rund 84 m² Deckenstrahlplatten beheizen Teilbereiche der Trampolinhalle UpSprung. Die Elemente fallen kaum auf, zumal farbige Lichtwürfel starke optische Akzente setzen. Die effiziente Erwärmung erfolgt nach den gewählten Temperaturen zuverlässig und ohne jedes Problem. Durch die Wärme von oben sind alle Flächen in der Gestaltung frei. Das System gilt als ausgesprochen langlebig und ist nahezu wartungsfrei. Die RMBH GmbH gewährt eine Langzeitgarantie von 10 Jahren auf die Platten.

Eine Information der RMBH GmbH, Herrieden

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Freizeitsport in Trampolinhalle mit effizienter Deckenstrahlheizung
Seite 174 bis 175
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