Energiebedarf von Pelletheizungen mit Herstellerwerten korrekt berechnen

Die Norm DIN V 4701-10 zur energetischen Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen sieht vor, dass bei der Berechnung des Energiebedarfs von Holzkesseln individuelle Herstellerkennwerte verwendet werden. Die veralteten Standardwerte der Norm aus dem Jahr 2003 bilden nicht die korrekten Werte von modernen Pelletkesseln ab und dürfen nur verwendet werden, wenn keine Herstellerkennwerte vorliegen.

Mit Herstellerkennwerten können die Kosteneinsparungen durch Pelletheizsysteme richtig berechnet werden. Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH
Mit Herstellerkennwerten können die Kosteneinsparungen durch Pelletheizsysteme richtig berechnet werden. Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Der Deutsche Energie­holz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) hat daher seine im Dezember 2013 erstmals publizierte Liste der individuellen energetischen Kennwerte von Pelletfeuerungen für die Berechnung des Heizenergiebedarfs nach DIN 4701-10 aktualisiert. Die überarbeitete Fassung enthält die Angaben für 167 Pelletkessel und wasserführende Pelletkaminöfen der wichtigsten Hersteller, darunter über 60 neue Geräte.
Der DEPV weist Energieberater, Planer und Installateure darauf hin, dass bei der gängigen Berechnung des Heizenergiebedarfs nach der Norm DIN V 4701-10 moderne Pellet­heizungen deutlich zu schlecht bewertet werden, wenn mit den darin angegebenen Standardwerten anstatt mit den vorliegenden Herstellerkennwerten gerechnet wird. Die Standardkennwerte sind veraltet und entsprechen nicht mehr der Energieeffizienz heutiger Pelletheizungen. Gegenüber dem nur bei 80 % liegenden Standardwert für den Wirkungsgrad liegen die heutigen individuellen Wirkungsgrade zwischen 90 und 98,5 % – bei Brennwertkesseln sogar bei über 100 %. Auch die Standardwerte für den Hilfsenergiebedarf sind um ein Mehrfaches höher als die aktuellen Herstellerangaben und verzerren die Realität.
Als Resultat ergibt sich mit Standardwerten für Pelletheizungen ein deutlich zu hoher Endenergiebedarf- und Pelletverbrauch. Bleibt der Pufferspeicher unberücksichtigt, wird insgesamt ein bis zu 50 % zu hoher Heizenergiebedarf errechnet. Bei einem durchschnittlichen Wohnhaus kann dies einen – falsch berechneten – zusätzlichen Pelletbedarf von bis zu 3 t/a ausmachen. Pelletheizungen erscheinen dann in vielen Fällen unwirtschaftlich, obwohl diese Anlagen in der Regel wirtschaftlich betrieben werden können – wie eine Berechnung mit den korrekten Herstellerkennwerten zeigt.
Die Liste der Herstellerkennwerte nach DIN V 4701-10 für Pelletfeuerungen kann auf der Webseite

www.depv.de/de/holzpellets/pelletheizsysteme/energetische_kennwerte kostenlos abgerufen werden.

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