Baufieber in deutschen Krankenhäusern: Messe zeigt Neuheiten im Klinikbau
Wie sich Krankenhäuser durch Neugestaltungen und Umbauten fit für die Zukunft machen können, zeigt die Messe „Hospital Build & Infrastructure Europe“ (HBIE) am 3. und 4. September 2013 in Hamburg. Drei Kongressreihen, mehr als 60 Ausstellerstände sowie zwei Intensiv-Workshops erwarten die Fachbesucher auf der internationalen Veranstaltung. 40 Referenten aus Europa, USA und Asien beleuchten in ihren – simultan übersetzten – Vorträgen neue Möglichkeiten beim Neu- und Umbau, präsentieren Erfolgsprojekte und diskutieren Finanzierungswege.
Interdisziplinärer Treffpunkt für Entscheider
Die HBIE versteht sich als europäischer Treffpunkt für Entscheider im Krankenhausbau: Sie dient Planern, Architekten und Ausstattern ebenso wie Betreibern und Klinikdirektoren als Plattform für interdisziplinären Austausch. Auch Investoren nutzen die Messe regelmäßig, um sich über viel versprechende Ideen und Projekte zu informieren.
In Green Building investieren – Energiekosten senken
Zukunftsweisende Ansätze zur Krankenhausausrichtung bestimmen die Veranstaltung „Leaders in Healthcare“, eine von drei Kongressreihen im Rahmen der HBIE-Messe. Unter dem Vorsitz von Mark Sluiter, Chefökonom Health Care Organisation und Strategie beim niederländischen Klinik-Projektentwickler Simed, sprechen Experten über sich abzeichnende neue Strömungen im Gesundheitswesen. Beispiel Nachhaltigkeit: Pro Jahr entstehen den deutschen Kliniken Energiekosten von etwa 1,7 Mrd. €, ermittelte das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in einer Studie. Kosten, die sich laut Institut senken ließen, würden die Häuser ihre alten Anlagen sanieren und ihre Energieversorgung optimieren. Zu den Vorreitern zählt das Programm „Green Hospital“ des Klinikbetreibers Asklepios. Dr. Wolfgang Sittel, Leiter des Bereichs Architektur und Bau, stellt das Konzept auf der Messe vor. Auch Dr. Rolando Gennari, Senior Adviser Energy Savings Bond/Cut Power, beschäftigt sich mit dem Trend, Krankenhäuser umweltverträglich auszurichten. Auf der Messe bespricht er neue Off-Balance-Finanzierungslösungen für Energieeffizienz im Gesundheitswesen.
Neue Partnerschaften in Russland
Große Erwartungen setzen Geldgeber derzeit in das Modell öffentlich-privater Projekte (Public Private Partnership, PPP) in Russland. Die Russische Föderation hat Investitionen in ihrem Land bereits durch eine Reihe von Gesetzesänderungen attraktiver gemacht, nun soll ein weiteres föderales Gesetz PPP-Vorhaben ankurbeln. Über Investitionsmöglichkeiten im russischen Gesundheitswesen (besonders im Rahmen von PPP-Projekten) informiert Farit Kadyrow, Vizedirektor im russischen Ministerium für Gesundheit, auf der Messe. Michael Yugay von der Moskauer Hochschule für Ökonomie beleuchtet außerdem die Gesundheitsreform in seinem Land und diskutiert neue Managementmodelle.
Wie es gelingt, bei der Planung neuer Krankenhausbauten internationale Standards zu berücksichtigen, erörtern Henning Lensch, CEO von RRP International Hospital Planners, und Andreas Duschl, Geschäftsführer von Duschl Ingenieure.
Mit modernem Klinikdesign ein Heilumfeld schaffen
Auch für die Vortragsreihe „Design, Build & Upgrade“ konnte der Veranstalter, Informa Exhibitions, namhafte Architekten und Vertreter europäischer Krankenhäuser gewinnen: Alan Dilani, Leiter der International Academy for Design and Health und selbst studierter Mediziner und Architekt, gibt auf der HBIE-Messe einen Ausblick auf das Krankenhausdesign der Zukunft. Schon heute wappnen sich Klinikbetreiber für die Ansprüche von morgen: Dr. Wim Tambeur berichtet auf der HBIE von seiner Arbeit an einem modernen Gesundheitscampus für das Universitätsspital Leuven, das größte Krankenhaus Belgiens. Wie sich ein neu geplantes Krankenhaus perfekt in eine städtische Umgebung einpassen kann und so ein „healing environment“, also ein Heilumfeld, schafft, erläutern Jasper Meijer, Corporate Real Estate Manager am niederländischen Albert Schweitzer Krankenhaus Dordrecht, und der Architekt Rob Kanbier von Kuiper Compagnons. Über die Rolle der richtigen Materialien im Krankenhausdesign spricht außerdem Prof. Ir. Bas Molenaar vom Architekturbüro EGM architecten.
Um Prozessoptimierung und Facility Management dreht sich die dritte Veranstaltungsreihe der HBIE. Die Inderin Sujata Malik, Direktorin des Bereichs Medical Services in der Ruby Hall Klinik in Pune, spricht über die Personalplanung in ihrem städtischen 500-Bettenhaus. Wie das Stadtspital Waid in Zürich mit bestimmten Design-Eingriffen kürzere Patientenaufenthalte beeinflusst, erklärt Kommunikations- und Marketingchef Maurice Codourey. Kashif Jassani, Qualitätsverantwortlicher bei der pakistanischen Gesundheitsorganisation Aga Khan Health Service, zeigt, wie selbst mit limitierten Ressourcen die Qualität im Gesundheitswesen gesteigert werden kann.
Workshops informieren über Langzeitarchivierung und Fördermittel
Zwei Spezialthemen bietet die HBIE in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Branchenkompetenzzentrum für die Gesundheitswirtschaft in kostenlosen Workshops an: In die sichere und rechtskonforme Langzeitarchivierung medizinischer Daten führen Klaus Aulenbacher, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums, und Jörg Asma von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein. Im zweiten Workshop erfahren die Teilnehmer, wie sich Gesundheitseinrichtungen mit einer überzeugenden Projektidee Fördermittel sichern können.
Das Messeprogramm ist abrufbar unter:














