Mobile Wärmepumpe für die Sanierung einer Schul-Schwimmhalle
Der Landkreis Mühldorf am Inn investiert rund 50 Mio. € in den Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums am Standort Aschau. Auf dem Gelände des Bildungs- und Jugendwerkes Don Bosco entsteht bis zum Jahr 2028 ein neues Schulgebäude mit einer Tiefgarage für die Fahrzeuge der Lehrkräfte. Nach Fertigstellung werden dort 21 Klassenzimmer, Räume für Fachklassen, die Mensa mit großer Küche und eine Aula sowie Möglichkeiten für eine schulvorbereitende Einrichtung mit Ganztagesbetreuung Platz finden. Der Komplex wird in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet und erfüllt die Standards für ein „Effizienzhaus 40“. Das bedeutet, der Primärenergiebedarf des Schulgebäudes liegt bei 40 % eines herkömmlichen Neubaus.
Neben dem Neubau des Schulhauses umfasst das Großprojekt die Sanierung der bestehenden Sporthalle, der Schwimmhalle und die Umstrukturierung der Außensportanlagen. Diese Einrichtungen sollen künftig gemeinsam von den Schülerinnen und Schülern des SFZ sowie des Don Bosco Berufsausbildungs- und Jugendwerks genutzt werden. Um die Kinder aus den umliegenden Städten und Gemeinden zur Schule zu fahren, werden häufig Kleinbusse eingesetzt. Für diese Fahrzeuge entsteht auf dem Gebiet des bisherigen Allwetterplatzes ein neuer Busbahnhof. Zusätzlich wird eine öffentliche Bushaltestelle am SFZ eingerichtet.
Im Herbst 2024 wurde mit den Abbrucharbeiten auf dem nördlichen Gebiet des Campus begonnen, um Platz für das neue Sonderpädagogische Förderzentrum zu schaffen. Ein Teilgebäude wurde bereits abgerissen. Im Frühsommer wurden weitere Gebäudeteile entkernt, um sie anschließend ebenfalls abzureißen. Der Bau des neuen Gebäudes begann im August 2025, und bereits ein gutes Jahr später soll der Rohbau fertig gestellt sein.

Winterbaubeheizung ohne fossile Brennstoffe
Mit dem Beginn der Abbrucharbeiten wurde die stationäre Heizungsanlage komplett außer Betrieb genommen. Um Frostschäden zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Schwimmhalle in den Wintermonaten nicht einfriert, kam ab Dezember 2024 eine umweltfreundliche mobile Luft/Luft-Wärmepumpe von Enerent, Vermieter für mobile Energielösungen, zum Einsatz. Die rein elektrisch betriebene Baubeheizung ist eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen fossilen Heizsystemen. Damit entspricht der mobile Wärmeerzeuger dem klimafreundlichen Gesamtkonzept des Projektes.

Mit einer Leistung von 40 kW kann das Gerät im Temperaturbereich von –10 °C bis +40 °C sowohl zur Beheizung als auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dazu misst die Wärmepumpe die Temperatur der angesaugten Umgebungsluft, passt den Betriebsmodus an und wandelt sie entsprechend der gewünschten Temperatur um. Da keine Zwischenspeicherung erfolgt, wird die Raumluft schnell erwärmt. Zudem wird das Gerät nicht an ein stationäres Wärmeverteilsystem angeschlossen und kann deshalb ohne großen Aufwand installiert werden. Die digitale Fernüberwachung ermöglicht es, die Betriebsdaten des Gerätes jederzeit im Blick zu behalten und die Wärmepumpe bequem per Smartphone oder Tablet zu steuern.

Beim Einsatz in Aschau wurden zur mobilen Wärmepumpe selbst noch ein Ansaugluftschlauch, drei Luftschläuche und ein Y-Stück mitgeliefert. Daran schlossen die Enerent Servicetechniker zwei Luftschläuche im Inneren des Schwimmbades an, sodass die warme Luft gleichmäßig in zwei Richtungen verströmt werden konnte. Mit dem Einsatz der mobilen Wärmepumpe konnte die Temperatur im Gebäude während der kalten Jahreszeit bei konstanten 5 °C gehalten werden.

Obwohl durch eine Baustellenbeheizung auch Kosten entstehen, trägt sie aufgrund ihrer Vorteile signifikant zur Kostenersparnis bei: Vermeidung von Frostschäden an Beton, Mauerwerk und anderen Baustoffen.
Ist das Bauprojekt schon weiter fortgeschritten, ergeben sich weitere positive Aspekte für den Bauherrn und die Arbeitenden auf der Baustelle:
- Verkürzung der Bauzeit: Das Bauvorhaben kann auch in kälteren Monaten fortgesetzt werden. Das verkürzt die Projektlaufzeit und minimiert Verzögerungen durch winterliche Bedingungen.
- Erhaltung der Baustoffqualität: Baustoffe wie Beton, Mörtel und Putz behalten ihre gewünschten Eigenschaften und können ordnungsgemäß aushärten oder trocknen.
- Arbeitssicherheit und Komfort: Für die Arbeitenden auf der Baustelle schafft eine beheizte Umgebung bessere Arbeitsbedingungen; damit steigt die Produktivität.
- Schutz vor Witterungseinflüssen: Eine Winterbaubeheizung schützt das Bauprojekt vor Eis, Schnee und extremen Temperaturen; dies erhöht auch die Sicherheit auf der Baustelle.
Der Einsatz in der Schwimmhalle am SFZ endete im Frühjahr 2025; seitens des Auftraggebers besteht jedoch Interesse daran, die mobile Luft/Luft-Wärmepumpe auch in anderen Bauabschnitten wieder zu nutzen.
Manuel Lutzenberger, Regionalleiter der Region Süd-Ost, zeigt sich mit dem Einsatz zufrieden: „Der Einsatz in Aschau hat gezeigt, dass es uns die neuen mobilen Luft-Luft-Wärmepumpen ermöglichen, mobile Energie auch an Orte zu bringen, wo herkömmliche Heizsysteme aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder behördlicher Auflagen nicht eingesetzt werden können. Unser Auftraggeber möchte das Bauprojekt möglichst umweltfreundlich realisieren – und eine CO2-neutrale Beheizung passt perfekt zu diesem Ziel.“
Nach Abschluss des Großprojektes können Kinder und Jugendliche während der gesamten Zeit vom Vorschulalter im SFZ bis zum Ausbildungsabschluss im Bildungswerk Don Bosco begleitet werden. In dem neuen Gebäudekomplex sollen etwa 380 Kinder und Jugendliche in 25 Klassen unterrichtet werden. Mit dem Bau setzt der Landkreis Mühldorf am Inn ein deutliches Zeichen für Inklusion und für die Unterstützung und Förderung aller Kinder.
Eine Information der Enerent GmbH, Friedberg-Derching
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