Pflegebad 2030 – Barrierefreiheit für Senioren

Aus Sicht des ambulanten Pflegepersonals und pflegender Angehöriger müssen bauliche Lösungen für Sicherheit und Barrierefreiheit der Senioren im Badezimmer sorgen. In der Studie Pflegebad 2030 wurde untersucht, welche Möglichkeiten es zur pflegerechten Umgestaltung des Badezimmers gibt.

Barrierefreies Badezimmer (Foto: Jörg Lantelme/stock.adobe.com)
Barrierefreies Badezimmer (Foto: Jörg Lantelme/stock.adobe.com)

Die Babyboomer gehen nach und nach in Rente, die Lebenserwartungen steigen. Was Arbeitsmarkt und Renten nachhaltig beeinflusst, zeigt sich auch in der Gestaltung der Wohnräume und wird zunehmend zur großen Herausforderung.  Denn immer mehr Senioren werden zu Hause von den Angehörigen gepflegt. In Deutschland sind es inzwischen 70 Prozent.

Vor allem die nicht seniorengerechten Sanitäreinrichtungen bilden ein hohes Risiko für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige bzw. das Pflegepersonal. Die Studie liefert umfassende Ergebnisse im Hinblick auf die Belastungs- und Gefahrenfaktoren. Daraus wurden Gestaltungsleitlinien für die Zukunft des Badezimmers als Ort für die ambulante Pflege erarbeitet.

Aus der Befragung ergaben sich folgende Risiko-Zahlen:

  • Durch situationsbedingte Unfälle im Badezimmer haben 15 Prozent  der Pflegedürftigen bei der Pflege gravierende Verletzungen erlitten – mit entsprechenden Folgen für die Pflegebedürftigen.
  • Aufgrund unzureichender Ausstattung vieler Badezimmer hat fast die Hälfte (47 Prozent) des in häuslicher Pflege engagierten Pflegepersonals in der Ausübung ihres Berufes bereits leichte Verletzungen davongetragen haben.
  • Fast jede fünfte Pflegekraft (19  Prozent) hat sogar schon ernsthafte Verletzungen erlitten.

Anforderungen an das Pflegebad

Wichtig ist  vor allem die ergonomische Gestaltung, die Bewegungsfreiheit gewährleistet. Arbeitsutensilien müssen angemessen untergebracht sowie Temperatur, Belüftung und Beleuchtung entsprechend angepasst sein. In etwa sechs Millionen von 36 Millionen Wohnungen in ganz Deutschland werden diese Voraussetzungen erfüllt. „Und das bei drei Millionen Pflegebedürftigen und einer unaufhaltsamen demografischen Entwicklung dahin gehend, dass die Menschen älter und auch hilfs- und pflegebedürftiger werden“, so Thilo Bräuninger, Geschäftsführer der Grip Safety Coatings AG, der an der Studie mitarbeitete.

Zu den Leitlinien zählen ausreichende Bewegungsfreiheit, Beleuchtung, zentrale Hygienefaktoren, minimierte Stufen oder Schwellen und rutschfeste Bodenbeläge. „Das ist tatsächlich eine der wichtigsten Handlungsempfehlungen, denn das Ausrutschen gehört zu den häufigsten Unfallursachen – und zieht oft schwere Verletzungen, leidvolle Krankenhausaufenthalte, langwierige Reha-Maßnahmen oder sogar den Tod nach sich“, erklärt Bräuninger.

Pflege und Prävention müssen stärker in Hand in Hand arbeiten. „Die optimale Gestaltung der Rahmenbedingungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als so genannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können Menschen mit einem Pflegegrad gewisse Zuschüsse von der Pflegekasse erhalten. Im Idealfall allerdings sollten Bäder schon vor Eintreten einer Pflegebedürftigkeit seniorengerecht sein“.

An der vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) initiierten Studie beteiligten sich zahlreiche Kooperationspartner: die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e. V., die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V., der Sozialverband VDK Deutschland e. V., die Johanniter Unfallhilfe e. V., der AWO Landesverband Thüringen e. V. sowie  Vertreter aus der Industrie und Gesundheitswirtschaft und das Bundesministerium für Gesundheit.

 

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