Wie viel Energie verbraucht eine Opernbühne?
Eine interdisziplinäre Forschergruppe der Fakultät für Architektur und der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme erstellt in den kommenden vier Jahren eine bundesweit angelegte Querschnittsanalyse von zehn bis 15 Repertoirehäusern, die repräsentativ für die deutsche Opern- und Theaterlandschaft sind.
„In unserer breit angelegten Untersuchung werden wir die Struktur des Energieverbrauchs analysieren und energetische Schwachstellen dieses Gebäudetyps identifizieren“, erläutert die projektleitende Professorin Dipl.-Ing. Eva-Maria Pape vom Institut für Energieeffiziente Architektur3 (EEA3) der Fachhochschule Köln. „Die neu ermittelten Kennwerte sollten zudem dazu beitragen, die DIN Norm (DIN V 18599) für die Nutzungsrandbedingungen von Theater- und Schauspielstätten abzugleichen und zu optimieren“.
Qualifizierte Messungen mit Dummies
Für die Querschnittsanalyse werden zunächst Daten zu Wirtschaftlichkeit, Nutzerzufriedenheit und Verbrauchsdaten wie Strom, Wärme, Kühlung, Luftförderung, Beleuchtung und Wasser erhoben. Zudem sind Zuschauerbefragungen geplant sowie Kurzzeitmessungen mit Mess-Dummies – so genannten „Kunstfiguren“ mit integrierten Messsystemen für Luftqualität und -strömungen, Feuchtigkeit und Temperatur. „Der Vorteil unserer Dummies ist, dass sie flexibel eingesetzt werden können und es ermöglichen, Messdaten in Räumen recht einfach in der Nutzerebene zu erfassen und in eine Datenbank einzuspeisen“, erklärt Prof. Dr. Jörg Reintsema vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung. Aus den gewonnenen Daten werden mit Hilfe des excelbasierten Werkzeugs EnerCalC der Nutz- und Primärenergiebedarf bilanziert und Schwachstellen sowie Einsparpotenziale aufgezeigt. Zudem sind energetische Analysen zu Teilenergiekennwerten mit dem Berechnungstool TEK-Tool sowie Lastganganalysen geplant.
Neben der Querschnittsanalyse unterzieht die Forschergruppe ab Ende 2015 die frisch sanierten Bühnen der Stadt Köln einem zweijährigen Intensivmonitoring, direkt im Anschluss ist ein dreijähriges Langzeitmonitoring durch das Begleitforschungsteam der Initiative „EnOB – Forschung für Energieoptimiertes Bauen“ geplant.














